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Quartalszahlen Q2 2021 Activision Blizzard

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    Quartalszahlen Q2 2021 Activision Blizzard

    Der Computer- und Videospielekonzern Activision Blizzard öffnete jüngst seine Bücher zum abgelaufenen zweiten Quartal 2021. Der Umsatz stieg um 18,8 % auf 2,3 Mrd. USD, das Bruttoergebnis belief sich auf 1,74 Mrd. USD und lag damit gut 19 % höher als noch im zweiten Quartal 2020. Die Bruttomarge lag unverändert bei rund 75,8 %. Vor Steuern schaffte das Unternehmen erstmals den Sprung über die Milliardengrenze: 1.002 Mrd. USD standen zu Buche. Das Nettoergebnis belief sich auf 876 Mio. USD, was einer Marge von 38,2 % nach noch 30 % im Q2 2020 entsprach. Der FCF war mit 374 Mio. USD niedriger als noch im zweiten Quartal mit 755 Mio., aber höher als die Analysten geschätzt hatten (260 Mio. USD). Höhere Investitionen in die Entwicklung von neuen Spielen waren u.a. die Gründe für den Rückgang beim freien Cashflow.
    Die Investitionen und Veränderungen der vergangenen Quarte zahlten sich aus, die Segmente im Einzelnen berichteten wie folgt:

    Activision
    Die Nettoumsätze lagen bei 789 Mio. USD, der operative Ertrag wurde mit 363 Mio. USD oder einer Marge von 46 % berichtet. Verringert hat sich die Zahl der monatlich aktiven Nutzer (Monthly Active User, kurz MAUs): Hier wurden mit 127 Mio. etwas weniger als noch im Vorquartal (150 Mio., Q1 2021) gezählt. Dafür steigerten sich die gespielten Stunden in Q2 2021 beim Kassenschlager Call of Duty - diese lagen sogar höher als im Gesamtjahr 2019. Im Konsolen- und PC- Bereich waren die Nettobuchungen auf dem Niveau des ersten Quartales 2021, aber rund 4-mal höher als noch in Q2 2019. Starken Zulauf verzeichnete die mobile Version (Call of Duty Mobile), zweistellige Wachstumsraten konnten nicht zuletzt auf die Veröffentlichung in China zurückgeführt werden, diese trieben die Nettobuchungen an. Das Management erwartet über 1 Mrd. USD an Konsumentenausgaben für die mobile Version in 2021.
    Für die zweite Jahreshälfte ist die Pipeline gut gefüllt: Call of Duty Vanguard erscheint am 05.11.21, mit 20 Karten und wohl auch einem Zombie-Modus, was sich viele Spieler gewünscht hatten. Generell spielt die Handlung während des zweiten Weltkrieges auf Schlachtfeldern in Nordafrika, Osteuropa, der Westfront und im pazifischen Raum. Es wird eine Reihe von Updates für die „Warzone“ geben, auch darauf warten Spieler bereits. Der Trailer ist sehr gut gemacht und die Grafik der Spielsequenzen präsentieren sich sehr realistisch. Zu beachten ist, dass der Mitbewerber EA Battlefield 2042 bereits am 22.10.21 auf den Markt bringt. Die Grafik ist bei EA für meinen Geschmack einen Tick besser. Negativ zu werten ist jedoch, es tauchen bereits jetzt schon „cheats“ auf, die auf interne Probleme bei EA hindeuten.

    Blizzard und King
    Im Segment Blizzard lagen die Nettoumsätze bei 433 Mio. USD, der operative Ertrag wurde mit 141 Mio. USD oder einer Marge von 33 % beziffert. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer (Monthly Active User, MAUs) blieb mit 26 Mio. Spielern stabil. World of Warcraft erfreute sich zweistelligen Zuwachses mit der Veröffentlichung von Burning Crusade Classic. Auch hier waren die gespielten Stunden höher. Die Pipeline scheint auch bei Blizzard einiges bereitzuhalten: Diablo 2 Resurrected soll am 23.09.21 veröffentlicht werden. Diablo Immortal kommt wohl im ersten Halbjahr 2022, auch Overwatch 2 sowie Diablo 4 stehen für 2022 auf der Agenda.
    Der letzte Bereich „King“ verbuchte mit Spielen wie Candy Crush 255 Mio. MAUs., wie immer ein respektables Ergebnis mit 15 % Wachstum im Jahresvergleich. Die Werbeeinnahmen waren im zweiten Quartal gut, im Jahresvergleich haben sich diese sogar verdoppelt.

    Das Management hat im Call mehrfach und ausdrücklich betont, dass es für jedwede Art von Belästigung, Benachteiligung oder ungebührlichem Verhalten keinen Platz im Konzern gebe und dass dies jede Führungsebene betreffe. Die Anschuldigungen werden untersucht und man ist zu jeder Mitwirkung vollumfänglich bereit. CEO Bobby Kotick hatte noch ein Ass im Ärmel, einer der Gründer von Blizzard kehrt nach vielen Jahren zurück ins Unternehmen. Allen Adham war dem Konzern in den letzten Jahren immer verbunden, nun wird er u.a. die neuen Produkte verantworten. Zusammen mit Jennifer O’Neal und Mike Ybarra (beide Co-Head) kommen über 70 Jahre gebündelte Erfahrung aufeinander. Nichtsdestotrotz könnte die im Juli 2021 des vom Bundesstaates Kalifornien eingereichte Beschwerde wegen unfairen Mitarbeiterbehandlungen, sexueller Belästigung und Gleichbehandlungsgrundsätzen bezüglich der Bezahlung einen Schatten auf Activision legen. Das Management ist sich dieser Herausforderung bewusst. Die Prognosen für das Zahlenwerk sehen gut aus, so sollen die Nettobuchungen 8,65 Mrd. USD für das Gesamtjahr 2021 betragen, während 1,85 Mrd. USD für das dritte Quartal 2021 angepeilt werden.


    „Was heißt das konkret für mich!?“
    Die Spiele von Activision Blizzard sind für abwechslungsreiche und spannende Unterhaltung bekannt, Grafiken und Handlungen werden durch Weiterentwicklungen immer besser. Darüber hinaus werden Wünsche der Spieler inzwischen stärker berücksichtigt und die Community findet bei den Machern Gehör. Das war ein Kritikpunkt, der in der Vergangenheit immer wieder aufkam. Das Management wurde umgebaut und alte Bekannte kommen zurück. Unter Beobachtung stehen Klagen, ehemaliger Mitarbeiter, die dem Konzern verschwiegenen Verstöße wegen Sexismus und unangemessenem Verhalten gegenüber weiblichen Mitarbeitern vorwerfen. Ein Problem mit dem die gesamte Branche seit Jahren zu kämpfen hat. Sollte es Activision aber schaffen, diese Herausforderung zu meistern, die Unternehmenskultur den Anforderungen einer sich weiterentwickelnden Gesellschaft anzupassen, die Unruhe zu schlichten und darüber hinaus mit neuen Spielen die Community zu begeistern, dann wird auch das Vertrauen zurückkehren. Die wirtschaftlichen Daten zeigen sich von den Querelen bislang ohnehin unbeeindruckt.


    Herzliche Grüße
    Ingo Nix
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