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Quartalszahlen Q4 2020 Bristol-Myers Squibb

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    Quartalszahlen Q4 2020 Bristol-Myers Squibb

    Das US-Big Pharma-Unternehmen Bristol-Myers Squibb (BMS) berichtete auch für das vierte Quartal 2020 wieder sehr starkes Wachstum. Mit einem Umsatz von 11,1 Mrd. USD, wuchs dieser um 39,3 % gegenüber der Vorjahresperiode, das EBIT mit 3,8 Mrd. USD sogar mit sagenhaften 53,6 % (wenn man die vom Unternehmen als außerordentliche Kosten betrachteten akquisitionsbedingten Abschreibungen von Celgene und MyoKardia ausklammert) und der adjustierte Reingewinn mit 3,3 Mrd. USD um 40,3 %.

    Dieses Wachstum war jedoch nach wie vor nur zum geringsten Teil organisches Wachstum, sondern vor allem getrieben durch die Akquisition des US-Biotech-Unternehmens Celgene im November 2019. D.h. der kombinierte Umsatz und Gewinn beider Unternehmen vergleicht sich also immer noch mit der Vorjahresperiode, in der BMS noch alleine stand, was die extrem hohen Wachstumsraten erklärt. Dieser Effekt hat sich jedoch in 4Q20 gejährt und kommt im Jahr 2021 nicht mehr zum Tragen. Obwohl die Analysten die Celgene-Akquisition in ihren Modellen einbezogen haben, lagen diese Zahlen aber dennoch zwischen 1,9 % (Umsatz) und 3,2 % (Reingewinn) über deren Schätzungen.

    Das Umsatzwachstum für die meisten Produkte des ex-Celgene-Portfolios war sehr stark. Aber auch das angestammte BMS-Geschäft gab keinen Grund zur Beanstandung. Dort stach insbesondere Yervoy (Krebs) mit 22 % Wachstum heraus, aber auch Eliquis (Herz-Kreislauf) zeigte mit zwölf Prozent zweistelliges Wachstum und auch Opdivo (Krebs) zeigte das zweite Quartal in Folge wieder Wachstum trotz starker Konkurrenz durch Merck & Co’s Keytruda. Und auch das Portfolio aus erst kürzlich in den Markt eingeführten Medikamenten zeigte hohes Wachstum.
    Der Ausblick für Umsatz und Gewinn pro Aktie für 2021 wurde angehoben, entsprach aber den bereits auf diesem Niveau liegenden Analystenerwartungen. Die durch die Celgene- und MyoKardia-Akquisition bedingte, aktuell höher als gewöhnliche Verschuldung wurde im abgelaufenen Quartal um weitere vier Mrd. USD abgebaut und das Kosteneinsparungspotenzial für den Celgene Deal von 2,5 auf 3,0 Mrd. USD angehoben. Des Weiteren wurde eine erneut höhere Dividende beschlossen und das Aktienrückkaufprogramm für 2021 aufgestockt.

    Die Celgene-Akquisition war der richtige Deal zur richtigen Zeit. Sie macht Bristol zu einem der am schnellsten wachsenden US-Big Pharma-Unternehmen und beschert ihm hohe Margen. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass das durch die Celgene-Akquisition gewonnene Medikament Revlimid (Blutkrebs) und mit einem Umsatz von zwölf Mrd. USD im Jahr 2020 nun größtes Produkt von BMY zwischen 2024 (Europa) und 2027 (USA) seinen Patentschutz verliert, was zu signifikanter generischer Erosion führen wird. Um diese Erosion zu kompensieren müssen die anderen Produkte weiterhin wachsen, die Pipeline liefern und weitere Produkte einlizenziert werden.



    Herzliche Grüße
    Ingo Nix
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