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Quartalszahlen Q4 2020 Edwards Lifesciences

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    Quartalszahlen Q4 2020 Edwards Lifesciences

    Wie erwartet, war das vierte Quartal 2020 dem dritten Quartal 2020 sehr ähnlich: Einerseits waren die Krankenhäuser aufgrund der steigenden SARS-CoV-2-Infektionszahlen wieder angehalten, zeitlich frei wählbare Operationen (Elective Surgery) im Zuge der Pandemie aufzuschieben, um damit die Intensivstationen für COVID-19-Patienten freizuhalten.

    Andererseits getrauten sich aufgrund der Angst, sich erst im Krankenhaus eine SARS-CoV-2-Infektion zuzuziehen, auch wieder weniger Patienten, gerade jetzt eine potenziell lebensrettende Operation am Herzen durchführen zu lassen. Das auf das Herzkreislaufsystem (vor allem Herzklappen) spezialisierte US-Medizintechnik-Unternehmen Edwards LifeSciences (EW) war in besonderem Maße davon betroffen, weil nach Implantation der EW-Produkte in der Regel ein temporärer Aufenthalt auf der Intensivstation erforderlich ist.

    Dennoch realisierte EW ein Umsatzwachstum von 1,5 % auf 1,19 Mrd. USD, was mit 0,7 % leicht über den Erwartungen der Analysten lag. Die EBIT-Marge stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,7 %-Punkte an, was zusammen mit dem Umsatzwachstum zu einem EBIT-Wachstum von 4,1 % führte, die absolute Höhe des EBITs von 363 Mio. USD damit aber trotzdem 5,2 % unter den Analystenschätzungen lag, die eine noch höhere EBIT-Marge erwartet hatten. Der adjustierte Reingewinn lag mit 316 Mio. USD 2,1 % über der Vorjahresperiode, jedoch 5,0 % unter den Erwartungen der Analysten.

    TAVR (Transcatheter Aortic Valve Replacement) ist seit Jahren der Hauptwachstumstreiber für EW, weshalb das Wachstum dieses Segments die meistbeachtete Zahl ist. TAVR wuchs im abgelaufenen Quartal global um nur zwei Prozent (organisch null Prozent). Dabei waren vor allem die USA betroffen, wo TAVR um etwa fünf Prozent nachgab, während es im Rest der Welt um etwa neun Prozent wuchs.

    Währenddessen machte das Unternehmen signifikante Fortschritte bei den Mitral- und Tricuspid-Klappen (TMTT; Transcatheter Mitral and Tricuspid Therapies), wo das Unternehmen den Schritt von der frühen Entwicklung hin zur klinischen Erprobung vollzogen hat.

    Während das Management für das erste Quartal 2021 nach wie vor pandemiebedingten Gegenwind und daher einen gegenüber dem Vorjahresquartal unveränderten Umsatz erwartet, bleibt es bei seinem bisherigen Ausblick von 15-20 % TAVR-Umsatzwachstum im Jahr 2021 und einem Umsatzpotenzial von sieben Mrd. USD bis 2024 (2,9 Mrd. USD in 2020). Für TMTT sieht EW bis 2024 ein Umsatzpotenzial von drei Mrd. USD.

    Die kurzfristige pandemiebedingte Unsicherheit hinsichtlich finanzieller Prognosen ist bei EW ohne Frage gegeben. Langfristig ist das Potenzial für TAVR und TMTT jedoch enorm. Allein für TAVR gehen Einige von einem globalen Umsatzpotenzial von bis zu 100 Mrd. USD aus, von dem bislang nur fünf Prozent penetriert sind.

    Und eines ist sicher: Das Risiko, ohne Behandlung an einer Aortenstenose zu sterben, ist höher als sich im Krankenhaus mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Das heißt, der COVID-19-bedingte Aufschub lebensnotwendiger TAVR-Operationen fordert von Tag zu Tag mehr Todesopfer. Der stetig steigende Pool an auf diese Operation wartenden Patienten sollte deshalb – einhergehend mit den SARS-CoV-2-Impfungen – zu einer sicheren Erholung des TAVR-Wachstums führen.

    Herzliche Grüße
    Ingo Nix
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