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Ethik bei Gilead

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    Ethik bei Gilead

    Neulich wurde über Gilead im Rahmen der Sendung hart aber fair diskutiert. Offenbar dreht das Unternehmen an der Preisschraube, was zu einer Unterversorgung von Patienten führt, die sich sehr teuere Medikamente nicht leisten können, vgl. http://www1.wdr.de/daserste/hartaber...check-138.html , ganz am Anfang. Wie sieht das Management hier diese Preispolitik?
    Viele Grüße, dk7

    #2
    Hallo dk7, in der Tat sind die Kosten für die Behandlung von HCV sehr hoch, unabhängig ob das Medikament von Giledad, Abbvie, Merck oder anderen Herstellern kommt. Sie haben recht, es wird an der Preisschraube gedreht, aber die zeigt tendenziell nach unten, da der Wettbewerb intensiver geworden ist bzw. noch wird (Eintritt von Merck). Eine Studie der Universität von Kalifornien kommt zum Schluss, dass der hohe Preis gerechtfertigt ist. Siehe https://www.ucsf.edu/news/2015/11/28...liver-fibrosis. Sie sehen wie weit die Meinungen im Falle Gilead und andere auseinandergehen. Es gibt Fälle, da ziehen Unternehmen wie Novo Nordisk Produkte vom deutschen Markt zurück, weil die Zulassungsbehörde eine andere Preisvorstellung hat. Hier könnte man auch von einer Unterversorgung sprechen. Vielleicht ist die Preispolitik in der Vergangenheit etwas offensiv gewesen, aber aus unserer Sicht nicht unethisch. Dann müsste man alle Firmen in Zweifel ziehen, die hohe Margen haben. Wir halten an Gilead Sciences weiterhin fest. Ihr Andreas Schmidt

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      #3
      Hallo Herr Schmidt, das Argument, dass die Mitbewerber ebenfalls hohe Preise verlangen, zeigt eher die Größe des Problems, als dass es das Ganze mindert. Wenn die ganze Branche ein solches Verhalten zeigt, kann man als Investor auch die ganze Branche meiden.
      Die Studie aus Kalifornien geht davon aus, dass anstelle des Einsatzes des Medikaments ein anderes, schlechteres genommen wird, das langfristig Mehrkosten verursacht. Das ist ja auch unbestritten, da das genannte Medikament den anderen in der Wirkung überlegen ist. Das ist bei einer ethischen Betrachtung auch nicht der Punkt.
      Der Punkt ist, dass diese Industrie Mondpreise verlangt und damit für viele Bürger, gerade in Schwellenländern und armen Ländern, aber auch in Ländern wie der Schweiz (!) unbezahlbar ist. Preise für bestimmte Regionen könnten oder müssten angepasst werden, wovon leider nichts zu sehen ist.
      Insgesamt bin ich weiter der Überzeugung, dass das Geschäftsgebahren unethisch ist. Besonders im sensiblen Gesundheitsbereich ist das sehr bedenklich. Gegen hohe Margen spricht grundsätzlich nichts, wenn es aber auf Kosten von tausenden von Patienten geht, ist das eine andere Frage. Es ist sehr schade, dass der Fonds so etwas unterstützt, vgl. etwa http://www.tagesanzeiger.ch/Ein-Gesc...24063385?track

      Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie nach einer Diskussion vielleicht doch noch diesen Aspekt überdenken könnten. Alternativunternehmen auch im Gesundheitssektor gibt es ja, z.B. Intuitive Surgical, Stryker, Sysmex, ...
      Viele Grüße,
      dk7
      Zuletzt geändert von dk7; 07.06.2016, 08:59.

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        #4
        Hallo dk7, ich kann Ihre Sichtweise nachvollziehen. In Bezug auf unterschiedliche Preise in unterschiedlichen Regionen hat Gilead Scienes ja reagiert. So kostet eine Behandlung in Indien $ 900 und in den USA $ 94.000. In Deutschland wird der Preis ebenfalls von der Zulassungsbehörde geprüft und festgelegt und dieses Amt akzeptiert nicht jeden Preis von Medikamenten. Es müssen schon nachvollziehbare Gründe geben, warum und weshalb ein Preis festgesetzt wird. Bitte bedenken Sie auch, dass der offzielle Listenpreis i.d.R. gar nicht zur Anwendung kommt, da die Einkäufer (Versicherungen / Krankenkassen) mit den Herstellern Ihren Rabatt aushandeln. Die liegen z.T. bei 50%! Wir machen uns bei jedem Engagement unsere Gedanken zu Ethik, aber wir finden wie bereits zuvor schon mitgeteilt, das Verhalten nicht unethisch. Viele Grüße Andreas Schmidt

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