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Quartalszahlen Q4 2020 Illumina

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    Quartalszahlen Q4 2020 Illumina

    Die Zahlen des weltweit führenden Unternehmens im Next Generation Sequencing (NGS), Illumina, zeigten mit einem Umsatz von 953 Mio. USD für das vierte Quartal 2020 zwar nur Nullwachstum gegenüber der Vorjahresperiode (sechs Prozent über den Analystenerwartungen), jedoch eine signifikante sequenzielle Erholung von 20 % gegenüber dem vorangegangenen Quartal. Da Kunden über das Jahr hinweg nicht-essenzielle Sequenzierungsprojekte zum Teil aufschoben, lag der Umsatz im Geschäftsjahr 2020 pandemiebedingt aber trotzdem neun Prozent unter dem Vorjahr.

    Der Verkauf von Sequenzierungsagenzien macht den Löwenanteil von Illuminas Umsatz aus. Die sequenzielle Umsatzerholung im vierten Quartal 2020 wurde getrieben durch die starke Nachfrage für diese Agenzien seitens Illuminas Kunden im klinischen Segment.

    Die Run-Rate lag – nach 84 % im zweiten und 96 % im dritten Quartal – sogar über dem Prä-Pandemie-Level. Gleichzeitig konnte die Nachfrage nach Sequenzierungsagenzien in den anderen Kundensegmenten nach wie vor nicht mit dem Vorjahresquartal aufschließen. Ebenso erging es Illuminas Microarray- und Sequenzierungs-Service Business. Während der Umsatz aus Sequenzierungsgeräteverkäufen sequenziell um 29 % anstieg, lag er mit dem Vorjahresquartal dennoch nur gleichauf.
    Zwar wurde dies vom Management nicht explizit kommuniziert, es ist jedoch naheliegend, dass der Anstieg der Sequenzierungsgeräteverkäufe im vierten Quartal zu einem nicht unerheblichen Anteil auf Kunden aus dem akademischen Segment zurückzuführen ist.

    Dort wird in der Regel im letzten Quartal das noch nicht verbrauchte Jahresbudget durch entsprechende Anschaffungen ausgeschöpft, damit im Folgejahr das Budget nicht gekürzt wird. Das ist der Grund, weshalb das vierte Quartal in der Regel gut für Geräteverkäufe ist und im Jahr der Pandemie gab es nach dem schlechten zweiten und dritten Quartal diesbezüglich einiges an Nachholbedarf. Erfreulich war, dass auch NovaSeq (Illuminas noch relativ neues Hochdurchsatz-Sequenzierungsgerät) das bislang zweitbeste Quartal vermelden konnte, das im Nachgang den höchsten Anteil des Umsatzes mit Sequenzierungsagenzien pro Gerät treiben wird.

    Aufgrund einer um 3,1 Prozentpunkte zurückgegangenen Bruttomarge, pandemiebedingten Kosten und des signifikanten Anstiegs des operativen Aufwands lag die EBIT-Marge im abgelaufenen Quartal rund zehn Prozentpunkte und das EBIT mit 199 Mio. USD zwar 33 % unter der Vorjahresperiode, aber sieben Prozent über den Analystenschätzungen. Ähnlich verhielt es sich mit dem adjustierten Reingewinn von 179 Mio. USD, der zwar 29 % unter dem Vorjahresquartal lag, aber neun Prozent über den Analystenschätzungen. Demgegenüber hielt sich der Free Cashflow noch ganz gut, der gegenüber der Vorjahresperiode um nur elf Prozent nachgab.

    Für das Geschäftsjahr 2021 prognostizierte das Management von Illumina ein Umsatzwachstum von 17-20 % und einen adjustierten Gewinn pro Aktie von 5,10 – 5,35 USD, wobei letzteres signifikant unter den Erwartungen der Analysten lag und die erwarteten Kosten für die – wahrscheinlich im zweiten Halbjahr 2021 schließende – GRAIL-Akquisition noch nicht beinhaltet.
    Angesichts des Ausblicks für den adjustierten Gewinn pro Aktie für 2021 war die Reaktion des Marktes auf die Zahlen extrem gut. Die Zahlen implizieren zwar, dass trotz signifikantem Umsatzwachstum kurzfristig nicht mit einer ebenso signifikanten Erholung der Profitabilität gerechnet werden sollte, aber der Markt scheint hier das langfristige Potenzial der Aktie im Blick zu haben.

    Der Folgeeffekt aus den stark steigenden NovaSeq-Verkäufen im Jahr 2020 sind künftig entsprechend stark ansteigende Verkäufe von Sequenzierungsagenzien. Abgesehen davon ist Illumina nicht nur das weltweit führende NGS-Unternehmen, sondern spielt auch eine führende Rolle im schnell wachsenden Clinical-Genomics-Segment, das letztes Jahr bereits 42 % seines gesamten Umsatzes repräsentierte.

    Der wachsende Einsatz in Onkologie, Reproduktionsmedizin und bei genetischen Erkrankungen sowie die steigenden Zusagen für Kostendeckung seitens Krankenversicherern treiben hier das Wachstum. Überdies liegt in den USA derzeit ein Vorschlag für ein Budget von 1,75 Mrd. USD für die Sequenzierung von Virusgenomen und Identifizierung von deren Mutationen auf dem Tisch, von dem – bei Verabschiedung – Illumina indirekt über seine Kunden am meisten profitieren sollte.


    Herzliche Grüße
    Ingo Nix
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