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Quartalszahlen Q4 2020 Straumann

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    Quartalszahlen Q4 2020 Straumann

    Das Schweizer Dentalimplantate- und Dentalästhetik-Unternehmen Straumann, das einen kompletten Satz an Zahlen immer nur halbjährlich vorlegt, hat seinen Bericht für das Geschäftsjahr 2020 erstattet. Aufgrund der Vielzahl an Einmaleffekten, die einen Vergleich der Halbjahreszahlen fast unmöglich machen, fokussieren wir uns im Folgenden auf die vom Unternehmen als „Core“-Zahlen berichteten Jahreszahlen 2020, die einen Vergleich zur Vorjahresperiode ermöglichen:

    Mit einem Umsatz von 1,425 Mrd. CHF lag dieser 10,7 % unter dem Vorjahr (organisch minus 5,6 %; Rest durch negative Währungseffekte). Innerhalb der Geschäftsbereiche zeigte Orthodontics (vor allem transparente Zahnspangen) das beste Wachstum im Jahr 2020, was jedoch nicht weiter quantifiziert wurde.

    Übers Jahr hinweg hatte die Region Lateinamerika (LATAM) mit einem Wachstumseinbruch von 15 % am meisten unter der Pandemie gelitten (vor allem Brasilien), während Asien/Pazifik (APAC) mit einem Einbruch von nur 0,5 % am besten davongekommen war. Im vierten Quartal 2020 war wieder positives Umsatzwachstum für alle Regionen zu verzeichnen – insbesondere APAC mit +17,9 %.
    Während im Dezember in LATAM und in den Emerging Markets schon wieder mehr als 90 % und in Europa, APAC und Nordamerika sogar nahezu alle zahnärztlichen und kieferchirurgische Praxen und Kliniken wieder geöffnet hatten, blieb der Fluss an Patienten noch etwas hinter diesen Zahlen zurück (nur 80-90 % des prä-pandemischen Levels). Insgesamt konnte das Wachstum im zweiten Halbjahr nicht das kompensieren, was im ersten Halbjahr weggebrochen war.

    Die Bruttomarge ging um 2,8 Prozentpunkte auf 72,8 % zurück. Nur etwa ein Drittel ging auf negative Währungseffekte zurück. Der Rest war bedingt durch eine Verschiebung von höher-margigen zu geringer-margigen Produkten. Laut dem Management war das nicht strukturell bedingt, sondern ist darauf zurückzuführen, dass APAC im Jahr 2020 in Relation zu den anderen Regionen stärker gewachsen ist und dort mehr Lower-End-Produkte verkauft werden.

    Die EBIT-Marge ging um 3,7 %-Punkte auf 23,4 % zurück, wobei hier die negativen Währungseffekte stärker beitrugen als bei der Bruttomarge. Auch schlugen trotz guter Kontrolle der variablen Kosten, die fixen Kosten durch, was dann zusammen mit den o.g. Effekten zu einem EBIT von 333 Mio. CHF führte, das 22,8 % unter Vorjahresniveau lag. Selbiges gilt für den Reingewinn der mit 261 Mio. CHF ebenfalls 22,8 % unter dem Vorjahr lag. Der Free Cashflow konnte trotz Pandemie um 28,6 % auf 295 Mio. CHF zulegen und die Dividende wurde gegenüber dem Vorjahr stabil gehalten.

    Was den Ausblick angeht, will das Management für den Umsatz im Jahr 2021 ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich realisieren. Januar und Februar des neuen Jahres zeigten bereits eine Solidifizierung der positiven Trends bzw. sequenzielles Wachstum gegenüber dem letzten Quartal des abgelaufenen Jahres.

    Die EBIT-Marge soll im Jahr 2021 verbessert werden. Um wie viel wurde nicht weiter quantifiziert, aber hier ließ das Management eine gewisse Vorsicht hinsichtlich einer Prognose durchblicken, da nach dem Herunterfahren von Investitionen während der Pandemie im Jahr 2021 wieder in weiteres Wachstum sowie den Ausbau der digitalen Produkte investiert werden soll.
    Im Gegensatz zu vielen anderen Gesundheitsunternehmen zeigt Straumann eine gewisse konjunkturelle Abhängigkeit, da ein Großteil seiner Produkte in den meisten Ländern aus eigener Tasche bezahlt werden müssen, weil die Kosten dafür nicht von den Krankenversicherern übernommen werden.

    Bei den letzten Krisen (nach 2000 und nach 2008) stellte sich das Unternehmen als Spätzykliker heraus, das sich nur langsam erholte. Damals bestand das Produktportfolio jedoch fast ausschließlich aus teuren High-End Produkten (vor allem Dentalimplantate). Heute verfügt es über ein gut diversifiziertes Portfolio aus Low-, Mid- und High-End-Produkten, mit dem auch in Zeiten schwacher Konjunktur Umsatz und Marge gemacht werden kann - was wohl auch der Grund dafür ist, dass Straumann bereits seit 3Q20 wieder Umsatzwachstum sieht. Und mit dem aufgrund seines hohen Wachstums im Markt zwar heiß umkämpften, aber noch stark unterpenetrierten Segment Orthodontics, hat man einen der stärksten langfristigen Wachstumstreiber des Dentalmarktes im Portfolio. Nichtsdestotrotz muss im Auge behalten werden, ob die Verschiebung Richtung nieder-margigen Produkten im Jahr 2020 nur pandemiebedingt und temporär oder strukturell bedingt war.

    Herzliche Grüße
    Ingo Nix
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