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Quartalszahlen Q4 2020 UnitedHealth Group

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    Quartalszahlen Q4 2020 UnitedHealth Group

    Für die US-Krankenversicherer läutete erneut der größte unter ihnen, die United Health Group (UNH), die Berichtssaison für das vierte Quartal 2020 ein. Mit 65,5 Mrd. USD wuchs der Umsatz gegenüber der Vorjahresperiode um 7,5 % und lag mit 0,5 % geringfügig über den Erwartungen des Marktes. Dazu trug OptumHealth (Pharmacy Benefit Management und Value-Added Services) mehr bei als UnitedHealth (Krankenversicherungsgeschäft).

    Das Medical Loss Ratio (MLR; es gibt an, wie viel der monatlich von den Versicherten bezahlten Prämien für Gesundheitsleistungen an diese wieder ausgegeben wird) lag zwar mit 83,2 % fürs Quartal etwa auf dem Niveau der Vorjahresperiode, aber trotzdem 80bp unter den Erwartungen des Marktes und fürs Gesamtjahr bei 79,1 % vs. 82,5 % im Vorjahr (je geringer desto besser für UNH).

    Vor diesem Hintergrund macht der Anstieg der Vertriebs- und Verwaltungsgemeinkosten (SG&A) auf 17,6 % und damit 90bp über den Analystenschätzungen wenig Sinn, führte aber zu einem operativen Gewinn (3,5 Mrd. USD), Vorsteuergewinn (3,2 Mrd. USD) und Reingewinn (2,4 Mrd. USD) liegen 31,0 % bis 35,4 % unter Vorjahresniveau, jedoch immer noch zwischen 4,0 % und 5,7 % über den Analystenerwartungen.

    Das Management hob den Ausblick für den Umsatz im Jahr 2021 auf das obere Ende der bisherigen Bandbreite an, beließ den Ausblick für den Gewinn pro Aktie – wie das zu diesem Zeitpunkt im Jahr für UNH üblich ist – auf dem bisherigen Level (USD 17,75 – 18,25). Der Ausblick für den Gewinn pro Aktie beinhaltet einen COVID-19-Effekt von minus 1,80 USD.
    Vor dem Hintergrund des geringer als vom Markt erwarteten MLR sowie dem Feedback anderer US-Krankenversicherer zu den aktuellen COVID-19-bedingten Entwicklungen, macht der SG&A-Anstieg keinen Sinn. Es spricht vieles dafür, dass UNH artifiziell den operativen Aufwand (nicht zuletzt über vermeintliche COVID-19-bedingte Rückstellungen) erhöht, um eine möglichst geringe Profitabilität auszuweisen.

    Dies war eine bewährte Praxis der US-Krankenversicherer in der Vergangenheit, um nicht auf dem Radar Screen der Demokraten hinsichtlich potenziell neuer Regulierung zu landen - was angesichts eines demokratischen US-Präsidenten „und“ einer Quasi-Mehrheit der Demokraten im Senat durchaus Sinn macht. Das Grundgeschäft von UNH ist jedenfalls gut diversifiziert und grundsolide!

    Herzliche Grüße
    Ingo Nix
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