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Quartalszahlen Q4 2020 Vestas

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    Quartalszahlen Q4 2020 Vestas

    Die Zahlen des dänischen Windturbinen-Herstellers Vestas Wind Systems für das vierte Quartal 2020 zeigten ein gemischtes Bild. Der Umsatz lag mit 4,27 Mrd. EUR geringfügig über den Erwartungen der Analysten, aber 8,1 % unter dem Vorjahresquartal. Dies hatte nichts mit einer grundsätzlichen Schwäche des Geschäfts zu tun, sondern mit dem erneuten Lockdown, der zu Engpässen in Lieferketten und in der Auslieferung bzw. Installation neuer Windanlagen und Wartung existierender Anlagen führte.

    Tatsächlich wuchs der Auftragsbestand im abgelaufenen Quartal um starke 25 % auf ein Allzeithoch von 42,9 Mrd. EUR – was sich aus 19,0 Mrd. EUR für das Windturbinen-Geschäft (Onshore: 15,0 Mrd. EUR; Offshore: 4,0 Mrd. EUR) und 23,9 Mrd. EUR für das Service-Geschäft (Onshore: 20,5 Mrd. EUR; Offshore: 3,4 Mrd. EUR) zusammensetzt. Dabei blieb der zugrundeliegende Preis im Turbinen-Geschäft pro MW stabil, sank jedoch aufgrund eines negativen Währungseffektes gegenüber dem Vorjahresquartal um etwa zehn Prozent.
    Im Laufe des letzten Jahres wurden tatsächlich 17 GW an Leistung ausgeliefert, was einem Anstieg gegenüber 2019 um 34 % entspricht und den Jahresumsatz um 22 % wachsen ließ. Das Service-Geschäft wuchs im Jahr 2020 um zehn Prozent und die EBIT-Marge erreichte 27,6 %, d.h. die EBIT-Marge expandierte das fünfte Jahr in Folge.

    Das EBIT lag im abgelaufenen Quartal mit 358 Mio. EUR 17,9 % unter der Vorjahresperiode bzw. 21,4 % hinter den Erwartungen der Analysten. Dazu trug eine Reihe an Faktoren bei: Eine geringere Bruttorendite aufgrund von Garantierückstellungen (v.a. im Offshore-Geschäft), direkte pandemiebedingte Kosten und Herausforderungen sowie höhere Personalkosten aufgrund der Ausweitung des Offshore-Geschäfts (s.u.) und höheren Abschreibungen auf das Anlagevermögen.

    Abgesehen davon fielen die Vertriebs- und Allgemeinkosten das sechste Quartal in Folge auf zuletzt 5,3 % des Umsatzes, was zeigt, dass die laufende Kostenkontrolle im Unternehmen grundsätzlich gut ist.

    Der adjustierte Reingewinn hingegen wuchs gegenüber dem Vorjahresquartal um 76,9 % und lag mit 528 Mio. EUR 46,1 % über den Analystenschätzungen. Dies war vor allem bedingt durch eine Neubewertung von Investitionen im Zusammenhang mit dem Kauf des 50 %-Anteils von Mitsubishi am gemeinsamen MHI Vestas Offshore Wind Joint-Venture im Oktober 2020.
    Das Umlaufvermögen erhöhte sich aufgrund einer mit dem pandemiebedingten Lockdown einhergehenden Erhöhung des Lagerbestands. Dies konnte nur teilweise durch geringere Investitionen kompensiert werden, weshalb der Free Cashflow im abgelaufenen Quartal um elf Prozent sank. Übers Jahr 2020 hinweg wuchs er jedoch um 43 %. Die Verschuldung ist gering und mit zwei Mrd. EUR bleibt die Liquidität stark. Die vorgeschlagene Dividende wurde erhöht und liegt mit einem Payout Ratio von 30 % am oberen Ende.
    Der Ausblick für den Umsatz im Jahr 2021 wurde erhöht und lag über den Erwartungen der Analysten. Der Ausblick für eine EBIT-Marge von sechs bis acht Prozent scheint der Grund für die Schwäche der Aktie nach den Zahlen zu sein.

    Neben den Zahlen kündigte das Management einen Offshore-Turbinentyp mit neuer Technologie an, der noch effizienter und zu günstigeren Kosten Strom aus Windenergie gewinnen und pro Turbine 15 MW Leistung (genug für 20.000 Haushalte) bringen soll. Ein Prototyp soll nächstes Jahr installiert werden und ab 2024 breitflächig angeboten werden. Damit hätte Vestas auch im Offshore-Segment ein kompetitives Angebot.

    Der Umsatz-Ausblick für 2021 wird komplett durch den Auftragsbestand gedeckt, was eine ausgezeichnete Visibilität verleiht. Kurzfristig wird jedoch die EBIT-Marge durch temporäre Effekte belastet: Einerseits mit dem Erbe aus dem Kauf von Mitsubishis Anteil am gemeinsamen Joint Venture (JV) aufgrund von Qualitätsproblemen mit einem älteren Turbinentyp (Garantierückstellungen) und andererseits der Integration von 3.000 neuen Mitarbeitern aus dem JV (die erst mit der Zeit 100 % operativ werden) in die eigene Organisation. Letzteres ist jedoch eine Investition in die Zukunft, da der Offshore-Markt weitaus schneller wächst als der Onshore-Markt (20-25 % vs. 1-3 %).

    Und mit dem neuen Offshore-Turbinentyp hat man künftig die Chance, Marktanteile zu gewinnen – in einem Markt, der ohnehin weit entfernt von einer Sättigung ist (Windenergie macht aktuell nur sieben Prozent der weltweiten Stromgewinnung und ein Prozent der gesamten Energiegewinnung aus)!

    Herzliche Grüße
    Ingo Nix
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