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Absicherung der Währung / Euro-Kollaps

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    Absicherung der Währung / Euro-Kollaps

    Sehr geehrter Herr Müller, vielen Dank für Ihre großartige Arbeit.
    Ist der Fonds derzeit Euro gehedged? In welchem Ausmaß?
    Welche Auswirkungen hat das Absichern des Euro im Falle eines Euro Kollaps bzw. Hyperinflation?
    Vielen Dank für Ihre geschätzte Antwort.

    #2
    Wenn man in Sachwerten (Aktien) investiert ist, macht EUR-Hedging meiner Meinung nach nicht viel Sinn. Klar ist der Kurs in USD anders als in EUR, aber das gilt ja für alle Sachwerte. Wenn man z.B. Gold kauft, würde man doch auch nicht EUR-hedgen nur weil der Standard-Quote in USD ist.

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    • Dirk Müller
      Dirk Müller kommentierte
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      Meiner Meinung nach schon :-)...bitte meine Antwort weiter unten lesen

    #3
    Ich sehe das genau so wie Sie. Darum ja meine Frage, ob der Fonds währungstechnisch abgesichert ist oder nicht.

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      #4
      Sehr gute Frage. Ich beziehe sie auch auf meine antizyklischen Aktien in €, CHF und USD.

      Rein interessehalber: Wie lange geben Sie noch dem Euro?

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      • melTon
        melTon kommentierte
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        Ich bin nicht in der Lage zu beurteilen, wie lange der Euro noch Bestand haben kann. Falls es jedoch dazu kommen sollte, dass der Euro extrem stark abwertet, hoffe ich, dass der Fonds währungstechnisch nicht abgesichert ist. Da ja in letzter Zeit verschiedenste Szenarien hinsichtlich der Absicherung der Aktien mittels Futures - auch in Hinblick nicht gänzlich auszuschließender Börsenschließungen diskutiert wurden denke ich, dass auch der Aspekt der Währungsabsicherungen in diesem Licht betrachtet werden sollte. Das Risiko aus den Futures der Aktienabsicherung bei geschlossenen Börsen wurde ja von Herrn Müller bereits eingehend dargelegt und das sich daraus ergebende Restrisiko bei einem Worst Case Szenario halte ich für durchaus überschaubar. Wäre der Fonds währungstechnisch voll abgesichert und der Euro würde gegenüber zB USD stark abwerten (Hyperinflation) und man könnte die Absicherung mangels Börsenhandel nicht auflösen - was dann?

      #5
      Im Halbjahresbericht von 2019 sind in der Tat Devisenterminkontrakte (USD/EUR) angegeben. Zu welchem Zweck würde mich auch sehr interessieren.
      http://documents.fww.info/fwwdok_Els3dl5g9p.pdf

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        #6
        Der Fonds ist in der Regel EUR/USD abgesichert, da wir grundsätzlich an der Entwicklung der Unternehmen profitieren wollen und keine zusätzlichen Wetten auf Währungsentwicklungen machen wollen, die mit den Unternehmen nichts zu tun haben.Steigender Euro würde Verluste für unsere Anleger bedeuten, fallender Euro würde zusätzliche Gewinne (in Euro gerechnet) aus den US-Aktien bedeuten.In normalen Phasen ein kaum vorhersagbares Glücksspiel, das mal für einen mal gegen einen läuft, auf das wir üblicherweise gerne verzichten und durch Absicherung eliminieren ABER : in der jetzigen Phase haben wir die Währungen genau im Blick und werden - falls der EUR abschmiert die Absicherung reduzieren. Wir handhaben das in den kommenden Wochen wesentlich flexibler um auf eventuelle Währungsverwerfungen zu reagieren.

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        • roman
          roman kommentierte
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          Aber sind Aktien nicht Sachwerte? Nur weil ein Sachwert in USD gehandelt wird, heißt es doch nicht, dass sein intrinsischer Wert mit USD steigt/fällt.
          Wenn der USD schwächer wird, aber der intrinsische Sachwert gleich bleibt, sollte der Wert in USD automatisch steigen und der Wert in EUR konstant bleiben (bzw. je nachdem ob EUR in Bezug auf den Sachwert auf/abwertet).
          Wenn ich einen anderen Sachwert in USD bezahle (Gold, Immobilien, etc.), würde ich doch auch nicht gleichzeitig eine Wette auf EURUSD abschließen.

          Ein Extrembeispiel: Nehmen wir an, USD halbiert seinen Wert gegenüber allen anderen Währungen. Dann wäre es doch unlogisch anzunehmen, dass er nicht auch in Bezug auf Sachwerte, wie Amazon-Aktien, seinen Wert halbiert. Der Amazon-USD-Kurs würde sich also verdoppeln und wäre exakt gleich viel Wert in allen anderen Währungen.
          Zuletzt geändert von roman; 24.03.2020, 11:29.

        • Dirk Müller
          Dirk Müller kommentierte
          Kommentar bearbeiten
          Natürlich sind Aktien Sachwerte. Dennoch zahlen Sie Ihre Rechnungen in Geld und nicht in "intrinsichen Werten" ihrer Aktien. Einfach ausgedrückt :
          Sie haben eine Amazon Aktie zu aktuell 1900 US$. Der Euro steht bei 1,00 US$ pro Euro. Sie verkaufen ihre Amazon Aktie, bekommen dafür 1900 US$, die werden von Ihrer Bank automatisch zur Gutschrift in 1900 € gewechselt und bezahlen Ihre Steuerschuld von 1900€ aus ihrer letzten Einkommenssteuernachzahlung. Jetzt steigt aber der Euro auf 0,5 US$ pro Euro . Sie verkaufen ihre Amazon Aktie,die immer noch all ihre intrinsischen Werte und Lagerhallen und Serverfarmen hat wie zuvor und noch immer bei 1900 U$ steht. Sie bekommen dafür 1900$ an der US-Börse und ihre Bank tauscht das dann als Gutschrift in Euro auf ihrem Konto um. Da stehen dann aber nur noch 950 Euro ...ups... wo nehmen Sie jetzt das Geld für das Finanzamt (oder die Miete, oder die Leasingrate...)her? Es ist immer entscheidend, in welcher Währung Sie Ihre heimischen Rechnungen bezahlen. Daher ist es für uns elementar unsere Anleger (die alle in Euro bezahlen) vor einem extremen Kursanstieg des Euro gegen US$ (wo die meisten unserer Aktien notiert sind) zu schützen. Wenn wir das nicht tun und der Euro stark steigt (weil der US$ mehr verliert), verlieren Sie Geld, obwohl unsere Aktien in Amerika gestiegen sind. Kann nicht passieren ?....Jan 2017 bis Jan 2018 EUR/USD +20%. Jan09 bis Nov 09 EUR/USD +20%...etc etc... Wenn wir absehen, dass der EUR ansetzt massiv abzuwerten... lösen wir diese Währungsabsicherung auch mal auf, aber in der regel (in normalen Märkten!!) haben wir diese Währungsabsicherung bei 100% um Ihnen und uns dieses glücksspielhafte Hin-und Her von Devisenkursen zu ersparen.

        • roman
          roman kommentierte
          Kommentar bearbeiten
          Vielen Dank für Ihre Antwort!
          Falls der USD auf 0.5 EUR fällt und der Aktienpreis gleich bliebe, würde es ja bedeuten, dass internationale Investoren plötzlich Amazon für die Hälfte bekommen. Bei internationalen Konzernen, die auch viel Umsatz außerhalb der USA haben, müsste dann der Umsatz gemessen in USD hoch gehen und dementsprechend der Aktien-Preis (wenn auch nicht auf das doppelte wegen des US-Umsatzes, der aber durch entsprechende Inflation wahrscheinlich auch gepusht würde). Daher kann ich eine teilweisen Hedge der US-Positionen durchaus nachvollziehen, aber einen vollen Hedge halte ich für das, was wir ja eigentlich nicht wollen, nämlich eine Wette auf Währungsschwankungen zugunsten des EUR.
          Dem könnte man noch entgegenhalten, dass man vor dem Fonds-Kauf ja auch "EUR long" ist, da man die Euro auf der Bank liegen hat. Allerdings ist eine EUR-Schwäche ja genau das, gegen das sich die meisten Investoren mit den Sachwerten im Fonds absichern wollen.

        #7
        Zusätzlich zu den in meinem zweiten Kommentar genannten Punkten, müsste man allerdings auch bedenken, dass die Währung ja auch mit der Stärke der Wirtschaft korreliert, die wiederum mit der Aktienperformance korreliert. Daher ist es im Trading-Sinne vielleicht etwas schizophren, gleichzeitig Positionen auf steigende US-Aktien und fallenden USD zu haben.
        Als Absicherung ist es dann allerdings wieder sinnvoller. Im Endeffekt gibt es zu viele Faktoren, um ein klares Fazit zu ziehen. Trotzdem würde ich dabei bleiben, dass man eine 100%ig Absicherung nach dem Motto "Aktien werden in USD gehandelt" durchaus kritisch hinterfragen sollte.

        Kommentar


        • Dirk Müller
          Dirk Müller kommentierte
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          Dann bin ich halt schizophren :-)). lebe ich doppelt gut mit :-)

        #8
        Danke für die interessanten Erklärungen - manche Verben haben mich jedoch in meinem Verständnis verunsichert. Ich bin nur langfristig investiert, habe aber v.a. US-$, € und CHF in meinen Aktien (neben dem Fonds). Wenn die Devisen fallen oder steigen, mache ich einfach nichts? Oder kaufe im Zweifelsfall günstiger dazu?
        Wenn der € weniger wert wird, fällt der Kurs, den man im Chart sehen kann, richtig? Was heißt das gegenüber dem US-$ bzw. im Vergleich? Der €-Kurs fällt auf 0,5€ (als ob 1€ nur noch 0,5€ wert wäre) : Dann sieht das wie bei den ganzen Darstellungen in Tabellen aus? So? 1 $ = 0,5€ ? Das hängt ja aber auch vom Kurs des $ wiederum ab? Gibt es eine leichte Einführung für das Verstehen von Devisen(-handel)? Ich habe mich erst im September hobbymäßig in vieles eingearbeitet, aber mir fehlt noch zu viel Wissen, das ich bislang auch nicht auf seriösen Seiten aufholen konnte.

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        • Bürger
          Bürger kommentierte
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          N E I N - lieber Herr Müller; bitte bitte nicht in die Politik ...! :-)
          Ich versuche es mal TuIliola: Bei der Darstellung von Wechselkursen wird der Regel hierzulande - wenn es um den Eurokurs geht - die sog. Mengennotierung verwendet. Diese gibt den Preis für einen Euro in Dollar an. Ist ja auch nachvollziehbar, denn der Wechselkurs soll einen Preis für unsere heimische Währung angeben. Und da liegt es nahe, dass man dazu eine andere Währung verwendet (z.B. den Dollar). Eben lag der Wert für den Euro (gemeint ist damit genau 1 Euro) bei 1,10$. Man kann auch schreiben: 1,10 $/€; also 1,10$ für einen Euro. Wenn der Euro nun aufwertet, dann steigt der Wechselkurs auf z.B. 1,12$/€, da ein Euro nun nicht mehr 1,10 sondern 1,12$ wert ist. Umgekehrt bedeutet eine Abwertung das Fallen des Wechselkurses auf z.B. 1,08$/€. Für unseren Export ist ein niedriger Wechselkurs günstig. Wenn man z.B. ein Produkt hat, was genau einen Euro kostet, was der heimische Produzent dafür haben muss/möchte, dann ist es aus Sicht der Amerikaner billiger, wenn der Wechselkurs niedrig ist, da der Amerikaner dann nur 1,08$ für das Produkt zahlen muss und nicht etwa 1,12$. Im zweiten Fall wäre dem Amerikaner das 1€-Produkt zu teuer geworden und würde ggf. nicht mehr kaufen.
          Es gibt auch die sog. Preisnotierung. Das ist der Kehrwert aus der Mengennotierung. Er gibt dann an, wie viel der Dollar wert ist gemessen in Euro. Für das Beispiel oben ergäbe sich demnach (1,10) hoch -1 = 0,91€/$; also 0,91€ für einen Dollar.

        • Tulliola
          Tulliola kommentierte
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          Danke für die ausführliche und gut verdauliche Erklärung, Bürger!

        • Bürger
          Bürger kommentierte
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          Gerne; Grüße nach Rom! :-)

        #9
        Zu Devisen: Es gibt keinen "Kurs des $", sondern immer nur zu anderen Währungen, z.B. EUR/USD, USD/JPY, GBP/USD, etc., da es ja keine absolute Weltwährung gibt, in der man eine Währung messen könnte.

        Meiner Meinung nach, die allerdings, wenn ich es richtig verstanden habe, der von Herrn Müller teilweise widerspricht, würde z.B. eine in CHF gehandelte Aktie von einem globalen Konzern, der seinen Umsatz nicht nur in CHF, sondern allen möglichen Währungen macht, bei einer Aufwertung des CHF auf z.B. 2.0€ automatisch an Kurs (in CHF) einbüßen, da der Umsatz des Unternehmens sich ja nicht plötzlich verdoppelt (weil teilweise in anderen Währungen). Der Aktienwert in € oder $ bliebe dann theoretisch ähnlich. Wie in vorherigen Kommentaren beschrieben, gibt es aber verschiedene Faktoren, die doch zu einer Währungsabhängigkeit führen können.
        Insgesamt würde ich persönlich Einzelaktien nicht hedgen, oder nur zu einem Teil, wenn man z.B. hauptsächlich US-Aktien hat.

        Kommentar


        • Dirk Müller
          Dirk Müller kommentierte
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          Wenn man schon den "Besserwisser" gibt, sollte man auch sattelfest sein. Selbstverständlich haben Devisen Kurse. Ich bitte darum sich mal bei Gablers Wirtschaftslexikon zum Thema "Devisenkurse" einzulesen ;-)

          In der Sache vermischen Sie die Auswirkungen von Wechselkursen auf die Unternehmensgewinne einerseits mit den Auswirkungen der Wechselkurse auf die Aktienkurse des Unternehmens bei der Umrechnung des Börsenkurses von einer in die andere Währung. Da geht einiges durcheinander. Aber ich will Sie nicht missionieren. Sie brauchen nicht abzusichern, aber lassen Sie uns ruhig das tun, was wir wir sinnvoll erachten :-)

        #10
        Sehr geehrter Herr Müller, ich habe Ihr Buch Machtbeben gelesen und muss Ihnen ein grosses Kompliment machen. Das das Ganze durch ein Virus ausgelöst wurde, konnte niemand ahnen. Glücklicherweise habe ich alle Beteiligungen auf dem Hoch abgestossen. Getreu dem Motto, sein ängstlich wenn andere gierig sind und umgekehrt. Ich habe mehrere Fragen oder Anliegen und erlaube mir das alles hier zu platzieren.


        Ich hoffe das Ihre Speech vom 17.03. in Zürich nachgeholt wird, denn diesen Event hätte zu gern besucht.

        Den Fond beobachte ich schon seit über einem Jahr, allerdings scheue ich das Währungsrisiko. Wenn der Euro in der Krise stark nachgibt und der Franken durch die Decke geht, dann kann der Kursgewinn durch den Währungsverlust vernichtet werden. Schlimmer noch, wenn der Euro die Krise nicht überlebt (EZB pumpt vermutlich weitere sinnlose Kredite in den Markt und die heute schon kurz vor dem Bankrott stehenden südlichen EU Mitgliedsländer werden dadurch nur kurzfristig unterstützt, negativ Zinsen wie in Japan über Jahre) was passiert dann mit dem Fond auch im Hinblick mit einem Investment aus Schweizer Franken?

        In der Schweiz vergibt der Bund über die Banken staatliche Kredite um die Liquidität sicherzustellen (0% , der Staat bürgt dafür, rasche Auszahlung). Klingt ganz gut, allerdings kommt die Wirtschaft nach der Krise auch nicht richtig in die Gänge weil die Unternehmen erstmals Jahre damit beschäftigt sind die Kredite zurückzuzahlen bevor Investitionen getätigt werden. Das Zinsniveau wird dadurch auch nicht besser.

        Bleiben Sie gesund und beste Grüsse

        Kommentar


        • Dirk Müller
          Dirk Müller kommentierte
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          Besten Dank.
          Bezüglich der Währungen halten wir es in der jetzigen Phase wesentlich flexibler als früher, da in der Tat große Währungsbewegungen anstehen könnten.
          Das sieht vor, dass wir die US-Aktien im Fonds (machen etwa 80% aus) absichern, so lange der Euro deutlich steigt um uns daraus resultierende Wechselkursverluste möglichst zu ersparen. Gerät der EUR jedoch absehbar unter Druck gegen US$ (z.B. im Rahmen von Verwerfungen im europäischen Bankensystem) würden wir die Absicherung EUR/USD weitgehend aufheben. Damit würde sich eine Abwertung des EUR gegen USD in einem im gleichen Verhältnis steigenden Fondspreis auswirken. Für einen Anleger aus dem Nicht-Euro-Raum ist das dann genauso von Vorteil, denn für ihn ändert sich nichts zum Negativen, während der EUR-Anleger den Vorteil eines höheren Fondspreis in EUR hat.

        • Soerenssl
          Soerenssl kommentierte
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          Lassen Sie die Währungsabsicherungen Eur/USD EUR/CHF overnight und über das Wochenende stehts drin? Ich stelle mir gerade vor, dass am Samstag abend Mini-Bonds in Italien emittiert werden, mit anschließender Sondersendung von Anne-Will nach dem Tatort am Sonntag abend über den bevorstehenden Zerfall der Euro Zone. Was ich damit zum Ausdruck bringen möchte ist, dass ich das in diesem Fall für die Anleger existentielle Risiko des Zerfals der Euro Zone als höher wenn auch seltener erachte als gelegentliche vorrübergehende Euro-Aufwertungen gg. USD, die aber vice versa nie gg. unendlich gehen werden.

        #11
        Ein schwieriges Thema, wie die Diskussion zeigt.

        Ich versuche mal darzustellen, wie ich die Thematik verstehe:

        Zunächst etwas Allgemeines:
        1. Ob es gut oder schlecht ist, wenn der EUR an "Wert" verliert, hängt vornehmlich von der Perspektive ab!
        2. Wert einer Sache ist was anderes als Preis einer Sache!

        Beispiel zu 2.
        Vorher kostete ein Paket Klopapier 2€ (der Wert von Klopapier läge in seiner Nutzungsart). Jetzt zahlen sie vielleicht 5€ für die gleiche Menge. Klopapier ist zwar teurer geworden, aber nicht wertvoller

        zu 1.
        Annahme Heimatwährung EUR. Vorhaben: Investition in starke Aktienwerte (vornehmlich aus den USA und somit in USD).

        EUR "steigt" (ggü. USD, bedeutet, dass man mehr Dollars für seine Euros bekommt):
        GUT - wenn man investieren / kaufen will, da man mit relativ wenig Einsatz (Euros) viele Dollars bekommt, die man dazu einsetzen kann, mehr Anteile zu kaufen als vorher ohne EUR Aufwertung! ABER: SCHLECHT für die "Bewertung" eines bereits VORHANDENEN Portfolios, weil bei Verkauf der vorhandenen Anteile Dollar erlöst werden, die bei Umtausch in Heimatwährung nun leider weniger Euros bringen.

        EUR "fällt" (ggü. USD, bedeutet, dass man weniger Dollars für seine Euros bekommt):
        SCHLECHT - wenn man investieren / kaufen will, da man mit relativ viel Einsatz (Euros) wenig Dollars bekommt, womit man nun weniger Anteile zukaufen kann als vorher ohne EUR Abwertung! ABER: GUT für die "Bewertung" eines bereits VORHANDENEN Portfolios, weil bei Verkauf der vorhandenen Anteile Dollar erlöst werden, die bei Umtausch in Heimatwährung nun glücklicherweise mehr Euros bringen.

        Fazit:
        Solange man "einkauft", sollte man über ein starkes Tauschmittel verfügen (hier aufgewerteter Euro).
        Wenn man seine wertvollen Einkäufe verkaufen will, dann sollte man darauf hoffen, dass das einst hergegebene Tauschmittel nun "wertloser" geworden ist, damit man ganz viel davon bekommt.

        Wie sinnvoll es ist, Wertvolles/Wertvolleres gegen Wertloses/Wertloseres einzutauschen, muss jeder selbst - seiner Situation entsprechend - beurteilen.

        In diesem Zusammenhang vielleicht noch folgende Anmerkung:
        Wenn der Gold"preis" steigt, also wenn man mehr USD oder mehr EUR hergeben MUSS, um Gold zu erwerben, dann bedeutet das nicht, dass GOLD an sich mehr "wert" ist, sondern eher, dass GELD an "Wert" verloren hat, und zwar an Umtausch-Wert (man kann auch sagen, dass das Vertrauen in die Kaufkraft des Tauschmittels Geld verloren gegangen ist). Vermeintliche Investoren, die sich freuen, dass der Gold"preis" gestiegen ist und ihr Gold "gewinnbringend" verkaufen, haben m. E. nicht im geringsten verstanden, was sie da tun (also sollte ihre Motivation gewesen sein, ihre hart erarbeitete Kaufkraft sicher in die Zukunft zu tranferieren).

        Ich hoffe, ich konnte ein wenig zum Verständnis beitragen.

        Carsten


        Kommentar


        • Tulliola
          Tulliola kommentierte
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          ABSOLUT!
          Tausend Dank.
          Nun bin ich um viele Blickwinkel reicher. Toll!

        • The Good German
          The Good German kommentierte
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          Danke Carsten, super Gedanken.

        #12
        Danke für das "Like"

        Kommentar


          #13
          Zitat von Dirk Müller
          Wenn man schon den "Besserwisser" gibt, sollte man auch sattelfest sein. Selbstverständlich haben Devisen Kurse. Ich bitte darum sich mal bei Gablers Wirtschaftslexikon zum Thema "Devisenkurse" einzulesen ;-)

          In der Sache vermischen Sie die Auswirkungen von Wechselkursen auf die Unternehmensgewinne einerseits mit den Auswirkungen der Wechselkurse auf die Aktienkurse des Unternehmens bei der Umrechnung des Börsenkurses von einer in die andere Währung. Da geht einiges durcheinander. Aber ich will Sie nicht missionieren. Sie brauchen nicht abzusichern, aber lassen Sie uns ruhig das tun, was wir wir sinnvoll erachten :-)
          Vielleicht war das ein Missverständnis. Der "Kurs des $" war nicht auf ihre Antworten bezogen, sondern auf eine Frage von Tulliola, der nach Grundlagen zu Devisen gefragt hatte. Eine Währung kann man doch nur zu anderen Währungen oder Sachwerten messen. Es gibt zwar den Dollar-Index, aber der ist ja auch ein gewichteter Mittelwert anderer Währungen.

          Zu der Auswirkung von Wechselkurs auf Aktien interessiert uns alle natürlich Ihre Ansicht am meisten, da Sie unser Geld verwalten. Ich denke, dass Ihr Fonds momentan eine der sichersten Anlagen ist. Mir geht es hier um das Verständnis und nicht um Besserwissen, da ich gerne verstehe, warum so wichtige Positionen wie EURUSD im Fonds eingegangen werden.
          Der Wert einer Aktie ist doch vor allem durch die Gewinnerwartungen in der Zukunft (im Verhältnis zu ihren Preis) geprägt. Bei internationalen Konzernen, dessen Aktie in CHF gehandelt wird, ist der Umsatz über viele Währungen verteilt, sodass z.B. bei einer Aufwertung des CHF auf ca. 2€ oder $ nicht unbedingt der Aktienkurs konstant bleiben würde, sondern eher Größen wie das (erwartete) KGV. Da der Gewinn in CHF kleiner wäre, müsste auch der Aktienkurs nachgeben.
          Falls die Logik nicht stimmt, würde ich mich sehr über eine Aufklärung freuen. Vielleicht hat ja auch jemand anderes hier eine Erklärung, falls Sie verständlicher Weise keine Zeit für theoretische Betrachtungen haben.
          Zuletzt geändert von roman; 30.03.2020, 08:27.

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          • Tulliola
            Tulliola kommentierte
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            Und obwohl ich keine Hardcorefeministin bin, so doch aber eine bewusste junge Dame, die sich auch einen weiblichen Nicknamen ausgewählt hat und Entsprechendes im Profil angegeben hat.
            Das ist nun kein Vorwurf, aber eine interessante Beobachtung... ;-)
            Und ja, mir fehlen noch Grundlagen in manchen Bereichen.
            Daher habe ich den Eintrag auch nicht als besserwisserisch verstanden. Ich denke aber, dass man unter dem Wirbel der Zeit den Eindruck Herrn Müller durchaus verzeihen kann und manches vielleicht auch einfach so stehen lassen oder sich kurz fassen kann :-))

          • roman
            roman kommentierte
            Kommentar bearbeiten
            Es tut mir leid, falls es besserwisserisch rüberkam. Ich habe den Beitrag einfach relativ schnell geschrieben und hätte wohl auch besser die Zitat-Funktion benutzen sollen.
            Was das Geschlecht angeht, habe ich sogar kurz bei Schreiben überlegt, ob ich es neutral formulieren kann, da mir der Name Tulliola trotz Lateinunterricht nichts sagte (dachte es wäre vielleicht eine Stadt oder etwas neutrales). Ich habe dann aber auf die Wahrscheinlichkeiten vertraut, die im Trading- und vor allem im Crashpropheten-Bereich ja leider momentan noch eher in Richtung Y-Chromosom gehen. Entschuldigung für die Unaufmerksamkeit.

          • Tulliola
            Tulliola kommentierte
            Kommentar bearbeiten
            Gerne verziehen!
            Tullia war die Tochter Ciceros- den Diminutiv habe ich ausgewählt, weil auch er ihn als Kosenamen für seine Tochter gebrauchte. :-)

          #14
          Guten Tag Herr Müller,
          Ihre Ausführungen im Beitrag: "Dieser Crash ist kein Zufall – die große Umverteilung!" sind sehr spannend und auch plausibel. Wenn Sie von Hyperinflation sprechen, was denken Sie bzgl. der Standhaftigkeit vom Schweizer Franken gegenüber Euro, gegenüber US$? Welches sind mögliche Szenarien für den Schweizer Franken und die mögliche Hyperinflation in der Schweiz? Kann der Schweizer Franken in Zeiten der Hyperinflation immer noch als sicherer Hafen gelten oder wird eine Hyperinflation möglicherweisen alle Länder erfassen?
          Beste Grüsse, J. Lambrigger

          Kommentar


          • Tulliola
            Tulliola kommentierte
            Kommentar bearbeiten
            Er antwortete mir neulich, dass die krisensicherste Währung noch immer Edelmetall sei.
            Ich selbst führe aber zusätzlich zur besseren Diversifikation ein Offshare-Konto, von dem aus ich bequemer XAU und XAG kaufen kann. Und als Fremdwährung wählte ich den SGD, wobei ich auch weitere Konten in anderen aufmachen kann. Doch ist mir das jetzt zu kompliziert.
            Dem CHF traue ich momentan auch nicht, weil er mitten im Crashgebiet liegt.
            Die optimale Währung? Gute Frage. Kommt wohl auf die Zeiten drauf an.

          #15
          Interessant fand ich in Hinblick auf Währungsrisiken auch diesen Artikel von Gerd Kummer, der zwar einen Mainstream Ansatz hat (breit gestreute ETFs), aber trotzdem ja auch einiges an Fachwissen mitbringt.
          https://www.gerd-kommer-invest.de/wa...rung-sinnvoll/
          Dort schreibt er z.B.
          Apple verkauft seine Erzeugnisse in etwa 150 verschiedenen Ländern und erzielt somit in vielen dutzenden Währungsräumen Einnahmen. Auch die Ausgaben von Apple finden in über hundert verschiedenen Währungsräumen statt. [3] Sicherlich ist der US-Dollar-Raum für Apple wirtschaftlich am bedeutendsten, aber er ist gewiss nicht alleine ausschlaggebend.

          ...

          Wer global diversifiziert, hat Hunderte oder Tausende von Wechselkursrisiken und -chancen im Portfolio. Die Relation zwischen dem USD und der funktionalen Währung des Anlegers ist nur eine davon. Eine einzige oder wenige dieser Relationen (z. B. die zwischen funktionaler Währung und dem USD) zu hedgen, ist letztlich sinnlos.
          Er bezieht sich zwar auf global diversifizierte Portfolios, allerdings haben die Welt-Indices in der Regel ja auch etwa 60% US-Aktien und die Erklärungen zu Apple zeigen, dass er das Währungsrisiko hauptsächlich darin sieht, in welcher Währung Umsatz+Ausgaben abgerechnet werden und nicht in der Handelswährung der Aktie.

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