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Fondssparplan: Verdopplung der Kauffrequenz erwägen

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    Fondssparplan: Verdopplung der Kauffrequenz erwägen

    Wer den DMPA-Fonds (oder auch andere Fonds) monatlich per Sparplan kauft, mag vielleicht einmal erwägen (falls nicht bereits geschehen), die Fondsanteile statt 1 Mal pro Monat besser 2 Mal pro Monat zum halben Volumen zu kaufen.

    Beispiel: Statt 1 Mal im Monat für 50 Euro kaufen, 2 Mal im Monat für 25 Euro kaufen.

    Die Idee dabei ist, Kursschwankungen des Fonds noch häufiger zum eigenen Vorteil auszunutzen. Obwohl man mit dieser Strategie tatsächlich nicht stets "besser" abschneidet als mit monatlichem Kauf, mag es dennoch eine Überlegung wert sein.

    Da viele Banken als häufigste Kauffrequenz lediglich "monatlich" anbieten (wobei man üblicherweise noch den Kauftermin "1." oder "15." auswählen kann), bietet sich folgender "Trick" an, um das Gewünschte zu erzielen: Einen zweiten Sparplan auf denselben Fonds anlegen (ebenfalls monatlich, aber zum jeweils "anderen" Kauftermin), so dass der erste Sparplan am 1. des Monats "kauft" und der zweite am 15. des Monats "kauft". Die jeweiligen Sparplanbeträge sind entsprechend anzupassen (vgl. Beispiel oben).

    Wichtige diesbezügliche Hinweise:

    Wer das so umzusetzen gedenkt, sollte vor Umsetzung jedoch in jedem Falle seine Sparplanbedingungen genauestens dahingehend prüfen, ob diese Kauffrequenzverdopplung insbesondere kostenneutral ist. Dazu sind z.B. die jeweiligen Transaktionskosten, evtl. Kosten für Sparplan-Einrichtung/-Änderung, -Löschung, Kündigungsbedingungen, Deckung des Bezugskontos, Abbildung im Depot usw., zu betrachten.

    Und wer es dann tatsächlich so umsetzen möchte, befragt dazu bitte gefälligst ebenfalls vor Umsetzung seinen Bankberater, ob nicht doch irgendwo "Gefahren"/"Nachteile" lauern, da das oben geschilderte lediglich eine allgemeine Idee ist und keinesfalls eine Anlageberatung darstellt bzw. darstellen soll und schon gar keine Aufforderung ist, das Beschriebene umzusetzen.
    Zuletzt geändert von wolli_l; 30.10.2015, 17:53. Grund: "Trick" zugefügt

    #2
    Welchen Sinn soll das machen? Kursschwankungen des Fonds noch häufiger zum eigenen Vorteil auszunutzen sollte damit nicht funktionieren. Erstens kann niemand die Zukunft vorhersagen, zweitens kauft man bei zweimaligem Kauf im Monat ja dann auch nicht immer günstiger, sondern, im Regelfall, genauso günstig, günstiger oder eben nicht günstiger. Reines Lotto!

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      #3
      Zitat von dk7
      Reines Lotto!
      Im Ernst?

      Zitat von dk7
      Erstens kann niemand die Zukunft vorhersagen,
      Ich habe nicht behauptet, dies zu können (s.o.). Ich kann auch nicht erkennen, dass in meinem obigen Beitrag Prognosen enthalten sind. Du magst mir Gegenteiliges gerne in einem Folgebeitrag mit Zitaten vorhalten/nachweisen. Bitte keine Nebelkerzen abschießen, danke.

      Zitat von dk7
      zweitens kauft man bei zweimaligem Kauf im Monat ja dann auch nicht immer günstiger
      Habe ich das behauptet? Nein, im Gegenteil. Bitte mein Posting nochmals langsam/aufmerksam lesen und bitte nicht Gegenargumente zu nicht geäußerten Behauptungen aufstellen. Danke vorab für Deine Fairness. Ich denke indes, dass wir fachlich letztlich nicht ganz so weit auseinander liegen und "Differenzen" fachlich - in beiderseitigem persönlichem Respekt - diskutieren können. An mir soll es nicht scheitern. Lies bitte einfach weiter.

      Ich gebe zu, dass dieses Thema in "Fachkreisen" tatsächlich (oder nur angeblich?) kontrovers diskutiert wird.

      Man schaue sich dazu bei Interesse mal den Wikipedia-Artikel Durchschnittskosteneffekt an.

      Man liest dort zunächst (Zitat): "Dabei führen die Wertschwankungen der Wertpapiere dazu, dass der Anleger im Durchschnitt seine Anteile bei gleich bleibenden Raten günstiger erhält, als wenn er regelmäßig zu unterschiedlich hohen Preisen eine gleich bleibende Menge von Anteilen kauft. Denn bei hohen Anteilspreisen werden automatisch weniger Anteile gekauft, bei niedrigen Anteilspreisen entsprechend mehr." Dies entspricht im Wesentlichen meinen momentanen Überlegungen, wenngleich "gleichbleibende Menge" schon eine einschränkende Nebenprämisse (= Spezialfall) ist, die imho so nicht allgemein vorausgesetzt werden sollte: Man könnte stattdessen auch regelmäßig statt einer "gleichbleibenden Menge" (= feste Anzahl von Anteilen) für einen gleichbleibenden Betrag (bspw. 1000 Euro) Anteile kaufen. Merke: Hier "wackelt" der Vergleich möglicherweise schon!

      Dort gibt es in der Tat jedoch einige "Kontra"-Argumente, die ich selbst - derzeit - (noch?) nicht recht nachvollziehen kann. Leider sind sie dort auch nicht "leicht nachvollziehbar" bzw. praxisnah belegt.

      Beispielweise steht dort (Zitat): "Der US-amerikanische Finanzbuchautor Larry Swedroe weist darauf hin, dass die akademische Literatur den Durchschnittskosteneffekt schon seit 1979 als unterlegene Strategie im Vergleich zur sofortigen Vollinvestition hinstellt." Meine Meinung dazu: Wie lachhaft! Soll ich, anstatt heute einen monatlichen Sparplan zu 100 Euro beginnen und ihn 25 Jahre laufen zu lassen, besser einen Kredit (!) über 30.000 Euro aufnehmen und einmalig anlegen? Wohl ein Äpfel-Birnen-Vergleich, zumal Erguss eines US-amerikanischen Autors. Cui bono? Etwaigen Kreditgebern? Oder gar The People from the Goldman Sachs? In diesen heutigen Zeiten gilt es imho, Alles - tatsächlich Alles! - zu hinterfragen, was sich nicht lückenlos (!), einwandfrei (!) und nachvollziehbar (!) belegen lässt! Herr Müller hat mich so "erzogen" - und dafür bin ich ihm dankbar!

      Oder ist es besser - um auf mein erstes Posting zurückzukommen - statt 100 Euro ein Mal pro Monat lieber 2 Mal pro Monat 50 Euro zu investieren?

      Das sind eigentlich zwei unterschiedliche Betrachtungen, wenngleich sie letztlich auf dieselbe Frage hinauslaufen: "Lieber selten viel investieren oder häufig ein wenig?"

      Na ja, wir werden sehen... Ich bin eher von der "hartnäckigen" Sorte und werde mal versuchen, für mich selbst in einigen Beispielrechnungen tiefer in diesen "Meinungssumpf" (oder ist es am Ende gar ein "Propagandasumpf"?) einzutauchen - ergebnisoffen! Wenn ich weiter bin, werde ich gerne darüber berichten.
      Zuletzt geändert von wolli_l; 31.10.2015, 02:06. Grund: Ergänzungen zugefügt

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        #4
        Hallo Wolli!

        Nirgends behauptete ich, du könntest die Zukunft vorhersagen!
        Ich habe auch nicht behauptet, du habest behauptet, man würde dann immer günstiger kaufen.

        Ich habe nur gesagt, dass ich eine Verdopplung der Häufigkeit des Fondssparens im Hinblick auf den Ertrag für reines Lotto halte. Es kann sein, man fährt mit der Strategie besser, es kann genauso gut sein, man fährt mit der Strategie schlechter.

        Ausgangspunkt der Überlegungen war, ob man besser 1x im Monat 100 Euro anlegt oder 2x im Monat 50 Euro.
        Letztlich "verpasst" man immer für einen halben Monat für die Hälfte der Einlage die aktuelle Entwicklung, das kann positiv sein (wenn der Fonds sinkt und man günstiger nachkauft) oder negativ sein (wenn der Fonds steigt und man teuerer nachkauft).

        Beim Durchschnittskosteneffekt geht man immer von folgendem aus: Man hat z.B. eine Investition von 30000 Euro vor. Das Geld besitzt man. Sollte man es gleich investieren oder besser in mehreren Raten?

        Schulden sollte man für Geldanlagen nie aufnehmen, eine der goldenen Regeln der Finanzanlage.

        Viele Grüße

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          #5
          Hallo dk7, und vielen Dank für Deine Antwort.

          Es mag sein, dass ich da etwas in den "falschen Hals" bekommen habe. Ich bitte um Entschuldigung für meine Fehlinterpretation und für meine möglicherweise als etwas "ruppig" empfundene Antwort. Das war von mir nicht beabsichtigt.

          Im Übrigen stimme ich Deiner Antwort tatsächlich zu 100% zu (ich vermutete weitgehende Übereinstimmung ja bereits in meiner ersten Antwort).

          Dass man keine Schulden für Geldanlagen machen sollte, versteht sich natürlich. Es war auch eher die Begründung für mein Statement "Äpfel-Birnen-Vergleich".

          Wenn man - wie im Beispiel - 30.000 Euro "auf dem Tisch" liegen hat, soll man die natürlich nicht über 30 Jahre "häppchenweise" anlegen. Eigentlich sind es ja zwei ganz unterschiedliche Ausgangslagen:
          AL1: Ein Teil des monatlichen Einkommens soll jeweils investiert werden.
          AL2: Eine größerer "freier" Betrag soll investiert werden.
          Insofern komme ich hier auf den "Äpfel-Birnen-Vergleich" - eben wegen der doch ganz unterschiedlichen Ausgangslagen.

          Wenn man sich im AL1 (= kontinuierliche Anlage) bewegt und "doppelt so oft" investiert, tut man etwas dafür, dass man sich mit seiner Anlage dem "mittleren Kursverlauf" besser annähert. Wenn man dies "strategisch" möchte, ist dies sicher eine richtige Maßnahme. Allerdings ist damit - auch da sind wir uns einig - nicht gewährleistet, dass man damit "besser" abschneidet, da es auf den tatsächlichen (künftigen) Kursverlauf ankommt, den man natürlich vorher nicht kennt.

          Viele Grüße, -wolli_l-

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            #6
            Hallo wolli_l,

            genau das ist der Denkfehler den Kritiker des Durchschnittskosteneffekts vermutlich machen. Wie hier:

            https://boerse.dab-bank.de/maerkte-k...WS0xeN5DFsycXA

            Der Autor geht davon aus, dass man bereits einen großen Betrag zum Anlegen hat. Legt man diesen über einen Sparplan an, liegt das noch nicht angelegte Geld in seiner Rechnung scheinbar unverzinst herum. Das Geld verliert natürlich mit der Zeit an Kaufkraft, wodurch die Kurse insgesamt und langfristig ja auch immer weiter steigen.

            Diesen Wertverlust des Geldes kann der Durchschnittskosteneffekt laut seiner Rechnung im Schnitt nicht ausgleichen.
            Daher würde sich ein Kredit bei einer Einmalanlage sogar rechnen, wenn der Zins niedriger als der Renditevorteil von 0,6% wäre. Gilt aber vermutlich nur für den Durchschnitt.

            Anders als der Autor behaupte ich, dass die maximal möglichen Verluste bei einer Einmalanlage eben wesentlich höher sind als beim Sparplan.
            Zum Beispiel hat der DAX Performance Index zwischen Februar 2000 und Februar 2010 ca -26% verloren. Diesen extremen Verlust kann ich in seiner Statistik aber nicht erkennen, da er wohl nur mit jährlichen Durchschnittswerten gearbeitet hat.

            Persönliche Erfahrungen könnten aber erheblich vom Durchschnitt abweichen. Also Vorsicht!

            Mit einem Sparplan kauft man eben zu einem Durchschnittskurs und hat weniger Risiko.



            Wenn man allerdings jeden Monat 100€ seines Lohnes (der im Idealfall mit der Inflation steigt) anlegt, dann entsprechen diese 100€ jeden Monat etwas weniger Kaufkraft. Wenn man 2005 mit einer Rate von 100€ begonnen hätte und dafür 100 Brote bekommen hätte bzw auf diese Verzichten musste, dann hätte man 2015 für die letzte Rate von 100€ nur noch 85 Brote bekommen bzw auf diese verzichten müssen. (nur nach der Inflationsrate gerechnet)

            Wenn man nach 10 Jahren sein Geld entnimmt, kann man anhand der Beträge die Rendite nicht wirklich vergleichen, da man beim Sparplan insgesamt weniger Kaufkraft investiert hat.

            Wenn man die Beträge und die Rendite am Ende vergleichen will, müsste man also jeden Monat die selbe Kaufkraft investieren, also die Sparrate immer um die Inflationsrate erhöhen.
            "Und mit ernsten Worten sag ich meinem Erstgeborenen: 'Banken waren cool, doch dann sind sie Kommerz geworden.' "

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              #7
              Oi,oi oi, bei dem Hin und Her kriege ich ja Humini (Huddelei mitn Nischel). Ich glaube ich hole mir ne Kopfschmerztablette. Die Frage ist, nehme ich zwei oder nur eine, wat ist besser? War'n Scherz. Aber es ist interessant. Wie oft man im Endeffekt einkauft, muß jeder für sich entscheiden. Jeder Einkauf kostet, aber zusätzlich Geld. Bei unserem Fonds sind das je nach Bank zwischen 2 und 4 % und die sollte man einplanen. Entscheidend für mich ist eigentlich der Zeitpunkt des Kaufs. Am Anfang des Monat oder Mitte des Monats ???

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                #8
                Hallo
                Ich bin der Meinung das eine Erhöhung der Kauf Frequenz ( 2 mal pro Monat ) für den DMPF wenig Sinn Macht
                Wenn die Fonds Strategie auf geht sollte der Fonds durch die Auswahl der Aktien, Cash Anteil und die Absicherungen weniger Schwanken als der Gesamtmarkt.
                Das nachkaufen bei Kurs Einbrüchen übernimmt das Fond Management

                Gruß

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                  #9
                  bene: Deine Betrachtungsweise kommt der meinigen äußerst nahe, insbesondere hinsichtlich der Risikobetrachtung. Ich beabsichtige, später dazu nochmal etwas zu schreiben, da ich das Thema nach allen bisherigen Beiträgen, die ich sämtlich für wertvoll halte, für mich jedenfalls immer klarer sehe.

                  Heinzi: Der einzige Kostenfaktor, der bei meinem Sparplan anfällt, ist der besagte prozentuale Aufschlag. Ich zahle auch keine Buchungskosten für die Abbuchung vom Girokonto (das muss im Übrigen natürlich auch stets hinreichend "gedeckt" sein!).
                  Daher ist es - bezogen auf die Kosten - gleichgültig, ob ich 2 Mal pro Monat "halb" kaufe oder 1 Mal "ganz".
                  Das einzige "Manko" bei meiner Depotbank ist, dass in meinem Depot nun zwei Fonds-Positionen auftauchen (da es zwei Sparpläne sind, siehe meinen ersten Beitrag - meine Depotbank berechnet mir auch keine "Kosten pro Depotposition", was auch wichtig ist!). Meine Depotbank hat mir zudem zugesichert, dass sie die beiden Positionen "auf Zuruf" zu einer "verschmelzen" können, wenn ich irgendwann mal verkaufen möchte. Das war mir zudem wichtig.
                  Darum habe ich auf "2 Mal pro Monat" umgestellt und brauche mir deshalb auch keine Gedanken (mehr) darüber zu machen, ob der 1. oder der 15. "besser" ist.

                  alex09: Das kann man natürlich so sehen. "2 Mal pro Monat" ist mir persönlich trotzdem "geheurer", wegen weiterer (leichter) Risikominimierung (wozu ich mich ja später noch mal äußern will).

                  Ein schönes Wochenende wünscht -wolli_l-

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                    #10
                    Hier meine angekündigte tiefere Betrachtung zum Thema "Fondssparplan: Verdopplung der Kauffrequenz erwägen".

                    1) Vergleich einer Einmalanlage eines größeren Betrages mit häufigen Anlagen kleiner Beträge
                    Eine Einmalanlage eines größeren Betrages mit häufigen Anlagen kleiner Beträge zu vergleichen (und daraus Rendite-Rückschlüsse zu ziehen), ist aus mathematisch-akademischer Sicht natürlich statthaft. Dass man dabei ggf. zu dem Ergebnis kommt (oder kommen will), die Einmalanlage bringe (angeblich?, stets?, manchmal?, statistisch?) mehr Rendite, will ich auch gar nicht bestreiten, aber auch keinesfalls "schlechthin" bestätigen.
                    Eine solche Betrachtung ist indes letztlich sinnlos, weil sie wirklichkeits- und praxisfremd ist - aus folgendem Grund:
                    Wer eine größere Summe (Beispiel: 30.000 Euro) "frei" zur Verfügung hat (Erbschaft, Lottogewinn, ...) und diese etwa in einen Fonds investieren will, von dessen Güte er überzeugt ist, müßte ja "mit dem Klammerbeutel gepudert" sein, wenn er diese Summe auf seinem Girokonto (oder unter dem Kopfkissen) parkt, um davon dann monatlich die nächsten 25 Jahre (!!!) lang aus Renditegesichtspunkten monatlich "schlappe" 100 Euro in einen Sparplan auf diesen Fonds einzuzahlen.
                    Dass eine solche Investitionspolitik im Hinblick auf eine angestrebte Rendite (mit dem favorisierten Fonds!) wohl kaum eine "schöne Rendite" einfahren dürfte, braucht wohl nicht eingehender beleuchtet zu werden. Hier dürfte schon allein der gesunde Menschenverstand die Erkenntnis liefern, dass dies nicht sinnvoll ist.
                    Aus diesem Grunde bezeichnete ich weiter oben dieses Szenario bereits als "Äpfel-Birnen-Vergleich".
                    Fazit: Vergessen wir diesen Vergleich lieber ganz schnell wieder.

                    2) Vergleich einer Anlage "1 Mal im Monat" mit einer Anlage "2 Mal im Monat" zum halben Anlagebetrag
                    Dass es aus Gründen der Risikominimierung sinnvoll ist, nicht "alle Eier in einen Korb" zu legen, sondern die Eier auf viele Körbe zu verteilen, dürfte hoffentlich geläufig sein. Praxisbezogen wird üblicherweise insofern - ganz zu recht - dazu geraten, nicht nur in 1 Papier (1 Aktie, 1 Fonds, ...) zu investieren, sondern in mehrere.
                    Genau so verhält es sich - was wenig Beachtung findet - mit der Anzahl der Käufe. Jeder Kauftermin ist insofern auch ein "Korb". Verteilt man auf mehrere (häufigere) Kauftermine (Körbe), reduziert man ebenso das Risiko.
                    "Risiko reduzieren" bedeutet aber praktisch auch immer, "Renditechancen zu reduzieren".
                    Ein Beispiel dazu mag ein "Garantiefonds" sein. Der verspricht Ihnen, dass Sie nichts verlieren können. Der "Preis", den Sie dafür zahlen, ist eine Begrenzung des Gewinns (wie diese Begrenzung auch immer aussehen mag).
                    Ganz ähnlich verhält es sich mit der "Kauffrequenz". Erhöht man diese (d.h. kauft man häufiger), reduziert man das Risiko.
                    Als "Beweis" mag die folgende Praxisbetrachtung hinreichend sein, in der die Kursentwicklung (positiv und negativ) und die Kauffrequenz betrachtet wird. Investiert werden in allen Fällen 50 Euro pro Monat.

                    2a) Kauf 1 Mal im Monat, Kurs steigt 2 Prozent
                    Kauf am 1. für 50 Euro. Am 10. steigt der Kurs um 2%. Am 30. sind daraus 51 Euro geworden.

                    2b) Kauf 2 Mal im Monat, Kurs steigt 2 Prozent
                    Kauf am 1. für 25 Euro. Am 10. steigt der Kurs um 2%. Am 12. sind daraus 25,50 Euro geworden. Kauf am 15. für 25 Euro. Am 30. sind daraus insgesamt 50,50 Euro geworden.

                    2c) Kauf 1 Mal im Monat, Kurs fällt 2 Prozent
                    Kauf am 1. für 50 Euro. Am 10. fällt der Kurs um 2%. Am 30. sind daraus 49 Euro geworden.

                    2d) Kauf 2 Mal im Monat, Kurs fällt 2 Prozent
                    Kauf am 1. für 25 Euro. Am 10. fällt der Kurs um 2%. Am 12. sind daraus 24,50 Euro geworden. Kauf am 15. für 25 Euro. Am 30. sind daraus insgesamt 49,50 Euro geworden.

                    Ergebnisse der 4 Fälle:
                    Kauft man 1 Mal, hat man am Ende 49 bzw. 51 Euro.
                    Kauft man 2 Mal, hat man am Ende 49,50 bzw. 50,50 Euro.

                    Fazit #1: Die Erhöhung der Kauffrequenz reduziert das Risiko (nur 50 Cent Gewinn bzw. Verlust anstatt 1 Euro).
                    Fazit #2: Die Erhöhung der Kauffrequenz schmälert bei steigendem Kurs zwar den Gewinn (nur 50 Cent statt 1 Euro). Bei fallendem Kurs ist jedoch der Verlust geringer (50 Cent statt 1 Euro).

                    Fazit #3 (aus #1 und #2): Steigt der Kurs, gewinne ich immer! Fällt der Kurs, sind meine Verluste bei höherer Kauffrequenz geringer!

                    Schlussfolgerungen, die ich für mich persönlich daraus ziehe (weil ich hier niemanden berate, sondern nur meine persönlichen Betrachtungen offenlege):
                    A) Wenn für mich die Werterhaltung meines "sauer verdienten Geldes" wichtiger ist als die Renditechance, kaufe ich lieber häufiger.
                    B) Wenn für mich die Renditechance meines "sauer verdienten Geldes" wichtiger ist als die Werterhaltung, kaufe ich lieber seltener, bin mir des erhöhten Risikos aber voll bewusst!

                    Nachsatz: Kaufe ich häufiger (Fall A), hat dies im Übrigen noch den Nebeneffekt höherer Liquidität, da ich nicht sofort zum vollen Betrag kaufe, sondern flüssiges Geld bereithalte. Aber Liquiditätsbetrachtungen sind "dem Deutschen an sich" ja eher fremd, sonst würden bspw. nicht so viele Kapitallebensversicherungen ("des Deutschen liebstes Kind") existieren. Das ist aber ein ganz anderes Thema und hat nichts mit dem Fonds zu tun. Gleichwohl: Wer nun deswegen brüllt, möge zu diesem Thema in Dirk Müllers Buch "Cashkurs" nachsehen: dann brüllt er noch lauter - oder schweigt doch lieber stille.
                    Zuletzt geändert von wolli_l; 06.11.2015, 22:38. Grund: "Nachsatz" ergänzt

                    Kommentar


                      #11
                      Ich habe mal kurz die letzten 6 Monate des Fonds beleuchtet...
                      Wenn ich am 01. jeden Monats gekauft habe, dann habe ich (Verzug von 3 Tagen eingerechnet - realistisch!) zu folgenden Kursen gekauft:
                      97,41
                      95,91
                      97,40
                      93,17
                      92,93
                      95,55
                      Durchschnitt: 95,40
                      Habe ich nur am 15. jeden Monats gekauft, dann sieht es so aus:
                      97,74
                      96,52
                      98,31
                      96,06
                      92,83
                      91,82
                      Durchschnitt: 95,55
                      Alle Käufe zusammengenommen kommt man auf 95,47 im Durchschnitt.
                      Realistisch gesehen weicht das egal wie man es dreht und wendet nicht viel voneinander ab.
                      "Extreme" Ausreißer, wie beim 4. oder 6. Kauf gleichen sich irgendwann wieder aus.
                      Das Einzige was man dadurch gewinnt ist ein sehr viel genauerer Durchschnittswert der gesamten Performance des Fonds - meine Meinung ;-)

                      Kommentar


                        #12
                        Meine Meinung dazu: am 1. und am 15. kaufen ist besser es bildet sich ein besserer Durchschnitt. Was noch wichtiger ist, das mache ich seit Jahren in starken Börsen Phasen die Sparpläne aussetzen zulassen, alle drei Monate oder gar nicht um dann bei schwachen Phasen sie hoch zusetzen oder sogar eine einmal Anlage machen.

                        Mfg. cash

                        ps. in bin bei zwei online banken, da geht sowas problemlos

                        Kommentar


                          #13
                          Hier mal 2 wissenschaftliche Ausarbeitungen zum Thema.
                          Kurz zusammengefasst: Der CA pulverisiert sich!!!
                          Besser wäre es nicht immer zum gleichen Betrag, sondern immer die gleich Anzahl an Anteilen zu erwerben. Ob man dies nun am 1. oder 15. eines Monats tut ist vollkommen irrelevant.
                          Man kauft ja Aktien auch nicht so. Man könnte auch größere Beträge ansparen und dann auf einmal investieren. Macht keinen Unterschied. Ich kaufe einen Fonds nach den gleichen Kriterien wie eine Aktie, allerdings mit dem Ziel einer längeren Haltedauer.
                          https://www.tu-chemnitz.de/mathemati...ostaverage.pdf
                          https://www.wiwi.uni-muenster.de/fcm...age-Effekt.pdf

                          Kommentar


                            #14
                            Hallo Marc,


                            TU Chemnitz:

                            "In allen Fällen stehe zu Beginn des Anlagezeitraumes von T = 40 Jahren ein Anfangskapital von x = 1000€ zur Verfügung." -->> siehe Oben

                            "Während die Unterschiede in den Werten der Risikomaße bei den drei betrachteten Sparplänen nur gering ausfallen, weist die Einmalanlage doch signifikant höhere Risiken auf."

                            "Es zeigt sich, daß in einer Endvermögensbetrachtung der Preis pro erworbenem Anteil bei dieser Sparform stets gleich oder geringer ist als der Durchschnittspreis der Anteile zu den Kaufzeitpunkten, weil das harmonische Mittel stets kleiner ist als das arithmetische Mittel, sofern nicht alle Anteilspreise gleich sind. Dies ist das mathematische Herzstück des Cost Average Prinzips."

                            "Der Investor muß immer versuchen, so früh wie möglich zu investieren; ein regelmäßiger Sparplan liefert stets ein niedrigeres mittleres Endvermögen als die Einmalanlage." -->> Geld verliert an Kaufkraft wenn es nicht investiert wird. siehe Oben

                            "Bezieht man Risikoaspekte mit ein, ergibt sich, daß "..." sowohl die Standardabweichung des Endvermögens als auch die Werte der betrachteten Ausfallrisikomaße (die die Gefahr des Unterschreitens eines vorgegebenen Endvermögens bewerten) mit zunehmender Investitionsfrequenz bis hin zur kontinuierlichen Anlage gegenüber der Einmalanlage drastisch vermindert werden können."


                            Uni Muenster:

                            "Es ist auffällig, dass in jedem einzelnen Kursszenario (und damit auch im Erwartungswert) mit einer CA-Strategie (Durchschnittskosteneffekt) eine höhere Rendite auf das insgesamt eingesetzte Kapital erwirtschaftet wird als mit einer IS-Strategie (identische Stückzahlen)."

                            "Der vermeintliche Vorteil der CA-Strategie, bei fallenden Kursen relativ größere Stückzahlen zu erwerben, ist im Nachhinein nur dann tatsächlich ein Vorteil, wenn der Kurs in der Folge auch tatsächlich wieder ansteigt." -->> Gleiche Anteile erwerben ist besser, wenn du davon ausgehst, dass die Aktienkurse langfristig sinken.


                            Du schlägst vor:
                            "Man könnte auch größere Beträge ansparen und dann auf einmal investieren." -->> Dann hättest du den Renditeverlust eines Sparplans mit dem Risiko einer Einmalanlage kombiniert.
                            "Und mit ernsten Worten sag ich meinem Erstgeborenen: 'Banken waren cool, doch dann sind sie Kommerz geworden.' "

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                              #15
                              Hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung aus dem Handelsblatt:
                              http://www.handelsblatt.com/finanzen...r/2843640.html
                              Und aus der Wirtschaftswoche:
                              http://www.wiwo.de/finanzen/boerse/c...t/8906392.html
                              Danke für deine Ausführungen. Nur was ziehst du nun als Konsequenz daraus?
                              Bei aller Betrachtung: Ich investiere nicht in einen Fonds wenn ich der Meinung bin das dieser langfristig fällt. Wenn ich dieser Meinung wäre würde ich versuchen ihn am tief zu kaufen und nicht monatlich
                              Zuletzt geändert von Marc; 09.11.2015, 22:45.

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