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Dynamisierung der Absicherungsstrategie

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    Dynamisierung der Absicherungsstrategie

    Hallo an das Fonds-Management und an alle interessierten Forenteilnehmer,

    letztes Jahr bin ich nach dem Corona-Crash zu einem Kurs von etwa 103€ eingestiegen, da das Fonds-Konzept mich absolut überzeugt hat. Ich hatte die Hoffnung, dass das Fonds-Management die Absicherung dynamisch auflösen wird, wenn der Markt sich nach unten stark genug bereinigt hat, um dann auf dem Weg nach oben mit mit dabei zu sein, wenn der Sturm sich gelegt hat. Genau wie Her Müller bin auch ich davon ausgegangen, dass es nach dem ersten schweren Schlag (im März 2020) langfristig noch weiter nach unten gehen würde, so wie es u.a. in der großen Depression nach 1929 der Fall gewesen war. Aber: 1929 ging es nach dem ersten schweren Schlag nach unten erst einmal ordentlich bergauf, bevor die lang anhaltende Abwärtsbewegung bis -90% in der Spitze einsetzte. Her Müller hat in den Webinaren auch oft den Vergleich des Corona-Crash mit 1929 gezogen, nämlich, dass auf den schweren Schlag nach unten zunächst eine Gegenbewegung nach oben zu erwarten ist, die wie wir wissen, ab Ende März 2020 massiv einsetzte.

    Es war völlig richtig gewesen voll abgesichert gewesen zu sein im März 2020, der Crash konnte unbeschadet überstanden werden. Das hat das Fonds-Management souverän gemeistert.
    Aber ich frage mich, ab welchem Einbruch wären die Absicherungen vollständig gelöst worden, -50%, -70% oder gar erst bei -90%? Angenommen, man hätte z.B. bei -60% die Absicherung voll gelöst und die Ampel auf grün gestellt, dann hätte man doch bei einem realisierten Einbruch von über 30% im S&P 500 im März 2020 zumindest die Absicherung teilweise lösen können, z.B. auf 50% und dynamisch wieder aufbauen können, je weiter der Markt durch die erwartete(!) Gegenbewegung nach oben geht, um dann vor der nächsten erwarteten andauernden Abwärtsbewegung (wie in früheren Bärenmärkten) wieder voll abgesichert zu sein, d.h. wenn wir von -30% auf -15% gestiegen wären, hätte man die Absicherung auf 75% erhöht und beim Erreichen eines neuen Höchststands dann wieder auf 100%.

    Da man die Vergangenheit leider nicht ändern kann, sollte man diese gründlich analysieren, um es in der Zukunft besser machen zu können. Im Moment finde ich die rote Ampel wiederum absolut richtig, da die Märkte ja nun wieder sehr stark gestiegen sind und eine Korrektur oder gar ein Crash in absehbarer Zeit somit aus meiner Sicht wahrscheinlicher werden, zumal viele fundamentale Probleme, die für einen Einbruch sprechen ja nach wie vor noch bestehen. Statistisch gesehen wird eine Korrektur natürlich nach einer schnellen Erholung ebenso zunehmend wahrscheinlicher.

    Für mich wäre es auch sehr interessant mal zu sehen, wie der Fonds mit verschiedenen Absicherungsstrategien performt hätte, z.B. seit März 2020 durchgehend mit 50% (30%, 70%) oder einer dynamisch angepassten Absicherung, die sich nach der Höhe des Markteinbruchs, wie oben beschrieben, richtet. Solche Szenarien müsste man doch problemlos in einer Simulation abbilden können. Hieraus könnte man den Handlungsempfehlungen ableiten.

    Für meinen Teil habe ich meine Fonds-Anteile etwa zur Hälfte mit Verlust verkauft und vornehmlich in dividendenstarke Value-Aktien umgeschichtet. Der Verlust schmerzt natürlich, aber man muss eben selbst die Verantwortung für sich übernehmen. Dass der Fond wieder über 100€ kommt halte ich für möglich (der Fond ist ja von November 2016 an auch mal gestiegen, von ca. 87€ bis über ca. 104€ in 2018, wie war die Absicherungsstrategie damals?) zumindest wenn es einen ordentlich Einbruch geben wird, aber die durchgehend schwache Performance resultiert meiner Meinung nach ganz klar an einer zu starren Absicherungsstrategie. Und genau dies kann und sollte man besser lösen können.

    Mein Fazit: Die Aktienauswahl im Fonds ist meiner Meinung nach top, aber der falsche Einsatz der Absicherung kann auch viel unnötigen Schaden anrichten. Eine Absicherung, die sich an die Entwicklung der Märkte, wie oben beschrieben, dynamisch anpasst, könnte das entscheidende Element sein, um die Performance nachhaltig und dauerhaft im Sinne aller Anleger zu verbessern.

    #2
    Kompliment, super formuliert. Genau so war auch mein Gedanke, als ich Anteile gekauft hatte. Als die Corona-Kriese begann, habe ich auch meine Anteile durch Einmalanlage groß aufgestockt und der Fonds ist der Schwerpunkt in meinem Depot. Ich war auch in der Annahme, dass bei steigenden Märkten auch der Fonds versucht davon zu profiteiren. Leider ging das wohl in die Hose. Vom Werterhalt keine Spur. Zwei oder drei Prozent Schwankung wäre ja OK gewesen, aber für mich sind gut 15 Prozent Minus nun kein Werterhalt mehr. Meine Enttäuschung ist schon sehr groß. Ich war auch davon ausgegangen, dass die Absicherung dynamisch erfolgt. Aber bis auf zwei oder drei Tage habe ich die Ampel nur auf rot gesehen. Wobei ich bald nicht mehr glaube, dass die Anzeige auf der Webseite der Realität entspricht, sondern nur irgendwas anzeigt.Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das Fondsmanagement selbst mit deren Leistung der letzten zwölf Monate zufrieden ist. Ich war immer davon ausgegangen, dass ein Fondsmanager das Ziel hat, den Wert zu steigern. Aber so eine Talfahrt bei derart steigenden Märkten ist schon eine Kunst. Das Management sollte sich vielleicht mal bewusster werden, dass es mit fremden Geld arbeitet, wofür die Investoren hart arbeiten mussten.

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      #3
      Zitat von sparklingbrown2015 Beitrag anzeigen
      Kompliment, super formuliert. Genau so war auch mein Gedanke, als ich Anteile gekauft hatte. Als die Corona-Kriese begann, habe ich auch meine Anteile durch Einmalanlage groß aufgestockt und der Fonds ist der Schwerpunkt in meinem Depot. Ich war auch in der Annahme, dass bei steigenden Märkten auch der Fonds versucht davon zu profiteiren. Leider ging das wohl in die Hose. Vom Werterhalt keine Spur. Zwei oder drei Prozent Schwankung wäre ja OK gewesen, aber für mich sind gut 15 Prozent Minus nun kein Werterhalt mehr. Meine Enttäuschung ist schon sehr groß. Ich war auch davon ausgegangen, dass die Absicherung dynamisch erfolgt. Aber bis auf zwei oder drei Tage habe ich die Ampel nur auf rot gesehen. Wobei ich bald nicht mehr glaube, dass die Anzeige auf der Webseite der Realität entspricht, sondern nur irgendwas anzeigt.Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das Fondsmanagement selbst mit deren Leistung der letzten zwölf Monate zufrieden ist. Ich war immer davon ausgegangen, dass ein Fondsmanager das Ziel hat, den Wert zu steigern. Aber so eine Talfahrt bei derart steigenden Märkten ist schon eine Kunst. Das Management sollte sich vielleicht mal bewusster werden, dass es mit fremden Geld arbeitet, wofür die Investoren hart arbeiten mussten.
      Danke für das Kompliment. Ich glaube schon, dass das Management den Wert des Fonds steigern möchte, aber die - zweifelos vorhandenen (!) - Risiken leider überbewertet hat. Herr Nix hat ja bereits mehrmals eingeräumt, dass man Ende März 2020 und danach zu vorsichtig war.

      Durch die Umschichtung von Tech-Werten in Value-Werte hat das Fonds-Management meiner Meinung nach eine richtige Entscheidung getroffen. Die rote Ampel ist derzeit, da die Märkte von einem Hoch zum nächsten eilen, auch ok.

      Nun möchte ich aber sehr gerne wissen, wie genau die Absicherung nach der nächsten Marktkorrektur angepasst wird. Herr Nix, Sie haben ja betont, dass man den Fehler, zu vorsichtig gewesen zu sein, nicht wiederholen möchte.

      Meine Fragen lauten:

      1.) Was sind die genauen Kriterien für eine Anpassung der Absicherungsstrategie?

      2.) Wie war die Absicherung zwischen Ende 2016 und Ende 2018, wo man es ja geschafft hat, zu steigen?


      Wenn man die Aktienauswahl rational und solide durchführt, dann sollte die Anpassung der Absicherung genauso streng rational erfolgen und nicht aus dem Bauch heraus. Herr Müller sagte letztes Jahr, als die Märkte stiegen und stiegen, dass es zu 30% nach oben durchzieht und zu 70% nochmal einen schweren Schlag nach unten gibt (der bis heute ausblieb(!)). Woher kommt man zu der Einschätzung, dass es zu 70% (und nicht etwa 30% oder 50%) einen zweiten massiven Einbruch gibt? Ist das nicht ein reines Bauchgefühl? Und aufgrund dieses Bauchgefühls voll abgesichert zu bleiben, da Sicherheit ja vorgeht, ist in meinen Augen nach leider kein planvolles Vorgehen, sondern eine Angstreaktion.

      Herr Müller bzw. Herr Nix, es würde mich sehr freuen, wenn Sie hierzu einmal ausführlich Stellung beziehen und auf die Idee einer dynamischen Absicherungsstrategie näher eingehen. Es würde sicher auch sehr helfen, das Vertrauen vieler enttäuschter Anleger zurück zu gewinnen. Vielen Dank!

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      • Peter Grimm
        Peter Grimm kommentierte
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        Die rote Ampel ist ok, wenn die Märkte von Hoch zu Hoch eilen? Das Gegenteil hätte ich angenommen: die rote Ampel ist ok, wenn die Märkte von Tief zu Tief eilen....

      • Ingo Nix
        Ingo Nix kommentierte
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        Na die rote Ample steht dafür, dass die Risiken die Chancen überwiegen. Wenn der Markt schon 50% oder mehr gefallen ist, dann komm doch eher Chancen oder ?

      #4
      Guten Morgen,

      wir gehen mittweile davon aus sowohl ein Rücksetzer als auch ein direktes durchziehen der Märkte möglich ist (50-50). Für beide Möglichkeiten gibt es Szenarien in der Schublade. Verzeihen Sie mir, wenn wir hier an dieser Stelle keine genauen Pläne an die Öffentlichkeit geben möchten. Wir werden aber definitiv die kommen den Chancen besser nutzen als in der Vergangenheit.
      LG Ingo Nix

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        #5
        Guten Morgen Herr Nix,

        verstehe ich das so richtig, zu 50% gehen Sie davon aus, dass die Märkte steigen werden und zu 50% gehen Sie davon aus, dass sie fallen werden?

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          #6
          Ja, aktuell ist leider sehr viel möglich. Die Inflation wird kommen, auch schon allein wegen dem Basiseffekt aus dem letzten Jahr. Die Märkte handeln auf hohem Niveau. Die Zinsen sind der Dreh- und Angelpunkt der nächsten Zeit. Von Seiten der Unternehmenszahlen kommt erst wieder Mitte April Bewegung rein. Ich habe meine ein paar Zahlen der einzelnen Sektoren reingestellt um die Rotation der letzten Wochen deutlich zu machen.


          Name Day Month YTD
          Name RT_PX_CHG_PCT_1D CHG_PCT_1M_rt CHG_PCT_YTD
          S5INDU index S&P 500 INDUSTRIALS IDX 0,01 8,77 10,94
          S5COND index S&P 500 CONS DISCRET IDX -0,40 1,97 1,34
          S5CONS index S&P 500 CONS STAPLES IDX 1,03 9,47 2,09
          S5INFT index S&P 500 INFO TECH INDEX -0,51 1,10 1,19
          S5MATR index S&P 500 MATERIALS INDEX -0,33 8,19 9,47
          S5FINL index S&P 500 FINANCIALS INDEX -0,93 5,82 15,57
          S5TELS index S&P 500 COMM SVC 1,02 2,81 7,52
          S5RLST index S&P 500 REAL ESTATE IDX -0,18 7,39 9,45
          S5ENRS index S&P 500 ENERGY INDEX -1,26 4,49 31,53
          S5HLTH index S&P 500 HEALTH CARE IDX 0,40 4,55 3,54
          S5UTIL index S&P 500 UTILITIES INDEX 1,07 10,44 2,23

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            #7
            Ich finde diese 50:50-Prognose einfach nur noch unfassbar. Da kann ich ja gleich Würfeln, im Roulette auf rot oder schwarz setzen oder Oma Erna nach ihrer Meinung fragen.

            Wen es interessiert: Ich prognostiziere hiermit 50:50, dass wir einen heißen Sommer bekommen, aber es könnte auch kühl werden.

            Kommentar


            • Carsten
              Carsten kommentierte
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              Das einzige, was unfassbar ist, ist Ihre Uneinsichtigkeit, ihre offensichtlich unauflösliche Blockade Eigenverantwortung zu übernehmen..

            #8
            Hallo,

            bei allem Verständnis über den Unmut vieler Anleger, muss ich dennoch mal feststellen, das 50:50 doch zumindest nicht grundlegend vekehrt ist, denn niemand weiß sicher, ob es demnächst steigen oder fallen wird. Die Frage ist doch vielmehr, wie man sich verhält, um für beide Szenarien gewappnet zu sein. Wenn wir eine hohe Absicherung beibehalten und dabei wie die letzten 2 Wochen weiterhin leicht steigen, spricht das doch dafür, dass das Fonds-Management das Richtige tut. Spannend wird es, wie man die Absicherung dann wählen wird, wenn die nächste signifikante Korrektur (z.B. Einbruch in S&P 500 > 10% bzw. Fall unter die 38-Tage-Linie) einritt. Eine solche wird in absehbarer Zeit kommen (müssen), und diese sollte sinnvoll genutzt werden. Angenommen, bei 50% Markteinbruch würde die Absicherung komplett aufgelöst, also 0% Absicherung bzw. grüne Ampel. Dann sollte bei 10% Markteinbruch seit dem letzten Allzeithoch die Absicherung 80% betragen. Da ich leider nicht weiß, wie das Fondsmangement die Absicherung tatsächlich wählen wird, kann ich hierüber nur spekulieren. Aktuell müssten wir nach meiner oben erwähnten Theorie mit einer Absicherung irgendwo zwischen 95 und 100% unterwegs sein.

            Herr Nix, bedeutet 100% Absicherung bzw. die rote Ampel wirklich 100% Absicherung oder kann es auch z.B. "nur" 90-95% Absicherung bedeuten?

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            • cerberus
              cerberus kommentierte
              Kommentar bearbeiten
              Lieber carlexico3,

              es ist bringt nichts, auf die wirklich einfältigen "Kommentare" eines gewissen Carsten zu reagieren. Da kommt einfach nichts rüber, außer leeres Geschwätz. Das beste ist, ihn einfach zu ignorieren.

            • Ingo Nix
              Ingo Nix kommentierte
              Kommentar bearbeiten
              Bitte stets "nett" bleiben.. danke

            • Prophet83
              Prophet83 kommentierte
              Kommentar bearbeiten
              Hallo,

              es geht mir darum, eine Analyse und eine Strategie sachlich zu diskutieren, weil ich glaube, dass hier Verbesserungspotenzial besteht. Polemiker und Demagogen bringen da absolut keinen Gewinn. Wer meint, dass der Fonds nichts taugt und gegenüber neuen Denkansetzen völlig verschlossen ist, der soll ein anderes Produkt wählen und gut so. Ich habe selbst mit dem Fonds Verluste erlitten und auch etwa die Hälfte meiner Anteile verkauft und wollte nun Ideen einbringen, was man besser machen könnte und diese vernünftig ausdiskutieren. Wenn der nächste Crash kommt und das Fonds-Management besser reagiert als im März 2020, dann werden jene verstummen, die pauschal meinen, dass die Absicherungsstrategie nicht funktionieren kann.

            #9
            Zitat von Goldigeskerlchen Beitrag anzeigen
            Ich finde diese 50:50-Prognose einfach nur noch unfassbar. Da kann ich ja gleich Würfeln, im Roulette auf rot oder schwarz setzen oder Oma Erna nach ihrer Meinung fragen.

            Wen es interessiert: Ich prognostiziere hiermit 50:50, dass wir einen heißen Sommer bekommen, aber es könnte auch kühl werden.
            Ich finde die Aussage von Herrn Nix aber durchaus richtig - der Markt kann eben steigen, oder auch fallen.
            Ein Fondsmanager hat in dem Punkt auch keine Glaskugel und ist somit leider auch nicht schlauer als wir. Er kann nicht sagen, ob wann und wie weit die Märkte fallen oder steigen werden. Oder ob sie seitwärts gehen, das ist ja auch möglich.

            Deswegen sollten Sie Herrn Nix nicht so harsch angehen. Oder was ist genau Ihre Erwartung, was Herr Nix tun sollte? Er hat nun mal keine Glaskugel - soll er raten?

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              #10
              Wir treffen Entscheidungen immer im Team.

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              • eurodollar
                eurodollar kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Das scheint mir eines der Hauptprobleme zu sein. Teamentscheidungen bei einem Fonds wo einer eigentlich das sagen haben sollte. So ist niemand an der Performance Schuld. Das Team wars. Man kann immer mit dem Finger auf jemand anderen zeigen so wie es die Regierung bei Corona macht. Der hat zu wenig bestellt, der hat das und jenes falsch gemacht. Der Fonds erinnert mich an Andi Scheuer.

              #11
              Weit verbreitete Krankheit hier im Forum: Rückschaufehler

              Rückschaufehler (englisch hindsight bias) bezeichnet in der Kognitionspsychologie die kognitive Verzerrung, dazu zu neigen, nachdem ein Ereignis eingetreten ist, die Vorhersehbarkeit dieses Ereignisses zu überschätzen. Teilweise werden auch möglicherweise vor dem Ereignis abgegebene Schätzungen in der Erinnerung später in Richtung der tatsächlichen Ausgänge verzerrt.

              .....

              Vor einigen Jahren haben Blank und Kollegen darauf hingewiesen, dass der Rückschaufehler aus drei verschiedenen Komponenten besteht, welche voneinander unabhängig auftreten können. Dazu gehören:
              1. der nachträglich erhöhte Eindruck der Zwangsläufigkeit
              2. der nachträglich erhöhte Eindruck der Vorhersehbarkeit
              3. Gedächtnisverzerrungen (s. Diagramm)[4]

              Somit kann beispielsweise ein Ereignis im Nachhinein gleichzeitig als zwangsläufiger und auch als weniger vorhersehbar wahrgenommen werden als in der Vorschau.[5]


              https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCckschaufehler

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                #12
                Ohne jeden Zweifel betrifft der Rückschaufehler dieses Forum, man muss genau differezieren. Zunächst kann man NUR durch die Rückschau aus der Vergangenheit lernen und daran wachsen. Die entscheidende Frage ist doch, welche strategischen Fehler hätten aufgrund der in der Vergangenheit vorliegenden Informationen vermieden werden können und welche nicht.

                Ich persönlich bin absolut überzeugt, dass es ein vermeidbarer Fehler gewesen war, die Ampel erst im November 2020 statt im April 2020 von Rot auf Gelb zu schalten, da eine Zwischenerholung vom Märztief (analog zu 1929, wo es nach dem ersten schweren Schlag zunächst aufwärts ging), erwartet wurde. So weit so gut, dieser Fehler hätte mit einer dynamisierten Absicherungsstrategie vermieden werden können. Das erwartete Szenario war ein bärischer Markt mit starken Rückgängen von mehr als 50% wie in vorherigen Krisen. Die Zwischenerholung nach dem ersten Schlag war erwartet und wurde leider aufgrund zu hoher Vorsicht bzw. Angst nicht genutzt. Das war somit aus meiner Sicht KEIN Rückschaufehler, sondern ein strategischer Fehler.

                Das enorme Ausmaß der Erholung und das Erreichen neuer Höchstände in Rekordzeit ist etwas anderes: Wer hier behauptet, das dies zu erwarten war, der leidet definitiv unter dem Phenomän des Rückschaufehlers. Dieser "Fehler" war tatsächlich unvermeidbar und somit kein strategischer Fehler.

                Also ohne strategische Fehler hätte uns der Markt zwar immer noch (seit dem Tief vom März 2020) outperformt, ABER wir hätten besser performt und stünden trotz Absicherung eben höher, vielleicht bei 105 statt 91 und wären nun - mit leichtem Wertzuwachs - bereit, den nächsten Einbruch unbeschadet zu überstehen.

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                  #13
                  Das große Problem des Fonds ist, dass das Konzept der Absicherung nicht funktioniert. Selbst Herr Müller weiß nicht, ob die Märkte steigen oder fallen in nächster Zeit. Langfristig steigen die Märkte, deshalb kostet die ständige Absicherung halt Rendite.
                  Wenn die Absicherung dann in steigenden Märkten nicht richtig funktioniert, und der Kurs sogar fällt, mach das Konzept natürlich keinen Sinn mehr.

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                    #14
                    Die Absicherungsstrategie hat im letzten Jahr nicht wie erwartet funktioniert. Das lässt sich nicht abstreiten. Aber, wenn die Absicherungsstrategie dynamisch angepasst wird, KANN sie sehr wohl funktionieren. Das Reduzieren der Absicherung bei Markteinbrüchen hat langfristig einen ähnlichen Effekt, wie bei bei einem Long-Only-Produkt im Crash günstig zuzukaufen. Mann muss nur die Gelegenheiten erkennen und nutzen.

                    Eine dynamische Absicherungsstrategie betreibt auch kein bzw. viel weniger Markttiming, sie passt sich lediglich der (historisch statistisch belegbaren) als am wahrscheinlichsten zu vermutenden Marktreaktion an. Das ist genau das Gleiche, als wenn man einen Aktien-Sparplan verfolgt und eben im Crash außerplanmäßig dynamisch (je tiefer der Einbruch desto mehr) Anteile zukauft und/oder die Sparrate erhöht, je tiefer der Einbruch seit dem letzten Allzeithoch ist. Der langfristige Effekt wird eine höhere Rendite sein, vorausgesetzt die Märkte steigen tatsächlich langfristig, was viele voraussetzen und zu erwarten ist, aber auch keinesfalls selbstverständlich ist.

                    Herr Nix, ich denke, Sie können meinen Gedankengang gut nachvollziehen. Können Sie dieses Thema vielleicht im nächsten Webinar aufgreifen? Das fände ich super!

                    Kommentar


                      #15
                      Hallo prophete83, sehr interessant. Leider sehe ich keine Grafiken. Können Sie mir diese zur Verfügung stellen
                      Danke und Gruß
                      Ingo Nix

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                      • Marc
                        Marc kommentierte
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                        Hm., interessant wär natürlich auch einmal eine Grafik, welche die Entwicklung der Aktien, welche sich im Portfolio befinden in Relation zur Entwicklung es Fonds darstellen würden. Ich könnte dieses natürlich mit Aufwand selbst darstellen, aber Sie haben einen solchen Vergleich mit Sicherheit griffbereit!?
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