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Dynamisierung der Absicherungsstrategie

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    #16
    Hallo zusammen,

    an dieser Stelle wollte ich euch mal fundiert aufzeigen, dass Markttiming sehr wohl auch erfolgreich betrieben werden kann. Dazu habe ich einen Sparplan auf den MSCI World von 11/1979 bis 03/2021 simuliert und mit einer einer abgewandelten Markttiming-Strategie vergleichen. Die Summe der Sparraten bis zum Ende der Laufzeit habe ich der Einfachheit auf 1 normiert.

    Zu sehen ist die Vermögensentwicklung als klassischer Sparplan (blaue Kurve) und als Sparplan mit passend gewählten Teilverkäufen von jeweils 20% des Anlagevermögens und Neueinstieg „all in“ bei großen Markteinbrüchen von über -50% des Index (2003 und 2009) (rote Kurve). Man sieht nicht nur, dass die rote Kurve in über 40 Jahren ein höheres Endvermögen als die blaue Kurve aufweist, nein, alle großen Markteinbrüche werden zudem besser verkraftet, die Einbruchshöhe ist deutlich geringer. Zu guter Letzt sieht man, dass nach jedem Teilverkauf Cash vorhanden ist (grüne Kurve), um anschließend günstiger zukaufen zu können. Bei einem Verkauf im Januar 2020 wäre also das Endvermögen höher als bei einem gewöhnlichen Sparplan UND es wäre ausreichend Cash vorhanden um bei nächsten großen Markteinbruch damit wieder „all in“ gehen zu können.

    Was hat das mit dem DMPAF zu tun? Nun, die Absicherung wirkt genauso wie Teilverkäufe und wieder anschließende Zukäufe. Wird die Absicherung dynamisch richtig gehandhabt, kann erfolgreiches Markttiming erreicht werden. Wird zum falschen Zeitpunkt und/oder die falsche Menge verkauft bzw. nachgekauft, leidet das Endvermögen massiv, genau so ist es auch, wenn die Absicherung falsch gewählt wird.

    In jedem Fall zeigt dieses sehr langfristige Beispiel, dass die Absicherungsstrategie sehr wohl aufgehen kann und dies dürfte bei bei einer dynamischen Absicherungshöhe vermutlich viel wahrscheinlicher sein.

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      #17
      Hallo Herr Nix,

      leider bekomme ich die Fehlermeldung, dass ich keine Anhänge (*.jpg-Datei) hochladen darf. Woran kann das liegen?

      Liebe Grüße

      Kommentar


        #18
        Hallo Herr Nix,

        die Grafik habe ich nun mal hochgeladen unter https://ibb.co/8rzd3L3.

        Liebe Grüße

        Kommentar


        • BastiDdorf
          BastiDdorf kommentierte
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          Du bastelst dir im Nachhinein eine Strategie, die mehr Performance gebracht hätte, das heißt aber nicht, dass das auch in Zukunft funktionieren würde. Hast du die gleich Strategie z.b. auch mal mit dem DAX überprüft? Nach welchen Kriterien werden denn die Teilverkäufe getätigt?

        • Prophet83
          Prophet83 kommentierte
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          Hallo,

          im Dax sieht das ganze sehr ähnlich aus, da der DAX und der MSCI World in den letzten Jahrzehnten gut miteinander korreliert haben.
          Die Teilverkäufe erfolgten immer dann, wenn die Aufwärtsphase seit dem letzten markanten Tief hinreichend genutzt wurde bzw. wenn der aktuelle Kurs deutlich über der langfristigen Mittellinie notiert, und man mit einer Marktkorrektur rechnen durfte. Auch wenn die Teilverkäufe NICHT zum optimalen Zeitpunkt erfolgt wären, hätte man den Markt trotzdem geschlagen, entscheidend ist, dass genug Cash vorhanden ist, um im Falle eines hinreichend großen Markteinbruchs diesen zum Wiedereinstieg zu nutzen. Da es auch in Zukunft Marktkorrekturen geben wird, wüsste ich nicht, warum die Strategie in Zukunft nicht funktionieren sollte.

          Übrigens: Wäre man nicht erst bei -50% Markteinbruch sondern beispielsweise schon bei -25%
          wieder all in gegangen, wäre man noch wesentlich besser gefahren als in dem Beispiel, was ich hochgeladen habe,
          weil es in den vergangen Jahrzehnten eben nur zwei Einbrüche von mehr als 50% gab, schwächere Einbrüche hingegen gab es öfters.

          Es kann natürlich sein, dass man im Crash zu früh wieder einsteigt - dann fährt man aber niemals schlechter, als wenn man gar nicht verkauft hätte und die ganze Zeit voll investiert geblieben wäre - oder aber der Crash nicht so stark wie erwartet ausfällt und man gar nicht zukauft, sondern lange Zeit mit einer gewissen Cash-Quote unterwegs ist. Das wiederum verschafft aber dennoch Sicherheit und sorgt für weniger Volatilität des Gesamtvermögens.

        #19
        Sieht sehr gut aus.. schau ich mir mal nächste Woche an
        Sonniges WE

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          #20
          Hallo zusammen,

          im Anschluss noch ein weiteres Beispiel, wie die Strategie ausgesehen hätte, wenn man Teilverkäufe von 20% realisiert und bei 25% Markteinbruch mehrmals wieder mit den Cash-Reserven "all in" gegangen wäre. Das Endvermögen wäre nochmals besser, allerdings wäre die Volatilität wiederum größer.

          https://ibb.co/YkY1mtq

          Zu guter Letzt noch ein Extrembeispiel, das natürlich völlig realitätsfern ist, aber für eine theoretische Betrachtung interessant ist. Angenommen, man hätte genau 2 mal vollständig verkauft (im Jahre 2000 und im Jahre 2007 jeweils am Hochpunkt) und hätte dann den Cash-Bestand vollständig während der beiden Markteinbrüche von 50% (2003 und 2009) wieder reinvestiert, dann sähe das Resultat so aus:

          https://ibb.co/M6c00v6

          Das Endvermögen wäre ein Vielfaches gegenüber dem Szenario, dass man die ganze Zeit vollständig investiert ist. Hätte man im März 2020 dann wieder komplett investiert, sähe das Endresultat noch krasser aus.






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          • BastiDdorf
            BastiDdorf kommentierte
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            Irgendwie logisch dass man eine super Rendite hat, wenn man sie immer am Höchststand aussteigt und im Tiefpunkt wieder einsteigt, oder? Das Beispiel hat doch mit investieren nichts zu tun.

          #21
          Rücktest von Strategien ist immer sinnlos weil es keinerlei Aussage für die Zukunft bringt

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          • Prophet83
            Prophet83 kommentierte
            Kommentar bearbeiten
            Hallo immo2014,

            die ganze Zeit investiert zu bleiben ist auch eine Strategie, und sie war in den letzten fast 42 Jahren eben NICHT die beste. Und wer sagt Ihnen, dass die ganze Zeit investiert zu bleiben in Zukunft funktionieren wird und die Märkte nicht nachhaltig und dauerhaft zusammenbrechen? Die Grundannahme eines jeden Investors ist doch bzw. sollte es sein, dass die Aktienmärkte langfristig weiter steigen, da die Weltwirtschaft wächst. Wenn diese Grundannahme nicht gegeben ist, wäre ein Investment zum jetzigen Zeitpunkt ohnehin völlig sinnlos.

            Gehen wir also davon aus, dass die Grundannahme weiter steigender Märkte richtig ist, so dürfen wir ferner von mehr oder weniger regelmäßigen Marktkorrekturen ausgehen, die Frage ist nur in welcher Höhe. Diese Marktkorrekturen können Sie durch ein dynamisches Kauf- und Verkaufsverhalten zu Ihren Gunsten nutzen. Sofern Sie nicht komplett verkaufen und den anschließenden Wiedereinstieg verpassen, bevor es weiter steigt, ist das Risiko schlechter zu fahren, als die ganze Zeit voll investiert zu sein, absolut überschaubar.

            Die Grafiken zeigen vor allen Dingen, dass je riskanter die Strategie ist, desto mehr Rendite ist möglich, aber desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit durch falsches Timing völlig daneben zu liegen und komplett zu versagen.

            Sie müssen lediglich einen gesunden Mix für Ihr Chancen-Risiko-Verhältnis wählen.

            Bestimmte Verhaltensweise der Märkte sind systemimmanent, daher kann man sehr wohl davon ausgehen, dass in der Zukunft ähnliche Verhaltensweisen der Märkte vorliegen werden, gerade was Euphorie und Panikverkäufe angeht, denn die liegen in der menschlichen Natur. Die Analyse der Vergangenheit hilft absolut und zweifellos, diese Gesetzmäßigkeiten zu verstehen und zu nutzen.

            Eine sehr schöne Analogie habe ich noch: Angenommen, Sie haben eine gezinkte Münze, die beim Werfen mit 60% Wahrscheinlichkeit Zahl und 40% Wahrscheinlichkeit Kopf zeigt. Sie interessieren Sich nun, ob Sie in Zukunft eher auf Kopf oder auf Zahl setzen sollte. Würden Sie dann auch behaupten, dass die Rückschau einer Strategie keinerlei Aussage für die Zukunft bringt? Eben, Sie erkennen die Gesetzmäßigkeit DURCH die Analyse der Vergangenheit und nutzen diese für sich.

          #22
          Stimme BastiDdorf und immo2014 vollkommen zu.

          Genauso gut könnte ich mir eine Regel überlegen die z.B. in allen Jahren die mit einer 0 oder einer 7 enden alle Aktien verkauft und in allen anderen Jahren wieder einsteigt.
          Wäre wahrscheinlich auch besser gelaufen, als der MSCI World. Aber würden Sie in einen Fond mit solch einer Regel einsteigen?

          Außerdem sieht man im ersten Beispiel, dass die Strategie von 1979 bis 2000 also über 20 Jahre lang nicht aufgegangen wäre.
          Nichts anderes ist der heutige Zeitpunkt. Nur eine Momentaufnahme.


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            #23
            Tut mir leid, aber ich glaube nicht, dass deine Strategie funktioniert. Warum hast du im langjährigen Bullenmarkt ab 2009 keine Teilverkäufe vorgenommen? Da ist der Kurs auch weit nach oben gelaufen und über irgendwelchen Mittellinien gewesen. Du sagst du machst einen Teilverkauf wenn eine Korrektur zu erwarten ist. Im Nachhinein ist das natürlich sehr einfach zu sehen wann die Korrektur zu erwarten ist. In der Realität ist das leider nicht so einfach.

            Du hast deine Teilverkäufe im Nachhinein einfach so angepasst, dass du eine gute Rendite hast. In Realität wäre es nicht so gelaufen.

            Kommentar


              #24
              Lieschen Meier, Sie haben Recht, im ersten Bild wurde der Markt zwischen 1979 und 2000 nicht geschlagen, ABER die Volatilität war dafür niedriger.

              Das zweite Bild (Teilverkäufe von 20% und jeweils all in bei -50%) zeigt, dass man von auch 1979-2000 den Markt geschlagen hätte.

              Zum anderen habe ich nie behauptet, dass man alles verkaufen soll, ich favorisiere Teilverkäufe von 20%, 80% bleiben hingegen die GANZE Zeit im Markt investiert! Wenn Sie mit 80% die ganze Zeit im Markt sind, ist das Risiko das falschen Markttimings natürlich entsprechend beschränkt.
              Das Beispiel mit dem Komplettverkauf war ein theoretisches Extrembeispiel, um zu zeigen was möglich ist.

              Gerne kann ich Ihnen zeigen, wie die Strategie im ersten Bild ausgegangen wäre, wenn die Zeitpunkte der beiden Teilverkäufe in 2000 und 2007 NICHT zum optimalen Zeitpunkt, sondern deutlich daneben stattgefunden hätten. Sie hätten den Markt auch DANN immer noch geschlagen, wenn auch nicht ganz so deutlich!

              Dass es nicht ganz simpel ist den Markt zu schlagen, das ist richtig. Aber mit einer vernünftigen Strategie ist es zumindest mit vertretbarem Risiko möglich.
              Zuletzt geändert von Prophet83; 30.04.2021, 17:02.

              Kommentar


                #25
                Hallo zusammen,

                im Anhang zeige ich euch nochmal ein Bild, wie es ausgesehen hätte, wenn die Teilverkäufe von 20% zu ziemlich ungünstigen Zeitpunkten erfolgt wären, nämlich 12/99 (weit vor dem Hoch der Tech-Blase) 01/08 (Absturz von 29 % seit dem Hoch in 2007), 02/16 (Absturz von 11% seit dem Hoch in 2015) und im März 2020 quasi nahe des Tiefpunkt im Corona-Crashs (ca -19% seit dem Hoch im Februar 2020). Man hätte den Markt sehr deutlich geschlagen UND zudem noch ordentlich Cash auf der hohen Kante, um bei der nächsten Korrektur (sehr ordentlich (!)) zukaufen zu können.

                https://ibb.co/1LpmbmN

                Warum ist das so? Nun der Schlüssel zum Erfolg liegt im Wiedereinstieg bei -50%, dazu gab es zwei Gelegenheiten, in 2003 und 2009. Man wäre ohnehin mit dem Großteil des Kapitals die ganze Zeit im Markt gewesen, da die Teilverkäufe nur 20% betrugen. Die ungünstigen Teilverkäufe wurden durch die BESSEREN, da noch wesentlich günstigeren Zukäufe mehr als wett gemacht. Und genau darauf kommt es letztlich an. Wenn die Strategie gut genug ist, kann man den Markt sogar nach Abzug der Gesamtkostenquote schlagen.

                Es gibt ein denkbares Szenario, wo die Strategie nicht aufgeht. Das ist dann der Fall, wenn man nach den Teilverkäufen keine Gelegenheit mehr bekommt, erneut zu tieferen Preisen wieder einzusteigen, weil der Markt jahrelang ohne große Korrekturen ausschließlich steigt. Nun, das ist aber sehr unwahrscheinlich, der Corona-Crash im letzten Jahr hat uns gezeigt, wie schnell und heftig eine Korrektur ausfallen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass es viele Jahre lang nur noch steigen wird und nie nennenswerte Korrekturen gibt, dürfte stark gegen 0 gehen. Im Gegenteil, je länger der Markt steigt, desto wahrscheinlicher wird eine Korrektur, da sie ja gerade immer überfälliger wird. Aber selbst in diesem Fall ist man nicht unbedingt der große Verlierer. Man hat zwar (etwas) weniger Gesamtperformance, aber dafür auch entsprechend weniger Volatilität und eine Cash-Reserve, die man im Falle einer immer überfälliger werdenden Korrektur nutzen kann. Das ist ein Vorteil und lässt einen ruhiger schlafen, wenn die Märkte von Hoch zu Hoch eilen.

                Nun frage ich alle, die immer noch daran zweifeln, dass man zukünftig den Markt ebenfalls schlagen kann, warum Sie in diesen Fonds investiert haben oder sich zumindest durch Ihre Aktivität im Forum offenbar für diesen Fonds interessieren, wenn es doch ohnehin nicht möglich ist, den Markt zu schlagen und Rückschau von Strategien keine Aussagekraft für die Zukunft haben soll?
                Vielleicht liegt es an der weit verbreiteten Meinung, dass es kaum einem Fonds-Manager gelingt, langfristig den Markt zu schlagen.
                Man glaubt dann so sehr daran, dass man sich wehement weigert, sich vom Gegenteil überzeugen zu lassen.
                Übersehen sollte man nicht, dass es dabei oft um die Wahl der Aktien im Fonds geht statt um geeignete (rationale, chartechnisch UND fundamental begründete(!)) Zeitpunkte für Teilverkäufe und Zukäufe.

                Was man festhalten kann ist auch, dass einem Fehlentscheidungen durch falsches Timing lange nachhängen, aber man im Umkehrschluss von einer richtigen Entscheidung eien dauerhaften, langfristigen Performance-Vorteil gewinnt.

                Erfolgreiches Investieren ist aber eben nicht nur Glück oder purer Zufall, sondern unterliegt - auch in der Zukunft - bestimmten Gestzmäßigkeiten, die man sich zunutze machen kann. Davon bin zumindest ich fest überzeugt. Nichtsdestotrotz ist die ganze Zeit im Markt investiert zu sein mit Sicherheit nicht die schlechteste Strategie. Das gebe ich unumwunden zu.

                Der DMPAF kämpft derzeit noch damit, den Fehler, im März 2020 zu vorsichtig gewesen zu sein, wieder wettzumachen. Wenn das Fonds-Management es aber schafft, die nächste Chance durch die richtige Wahl der Absicherung zu nutzen, kann hieraus durchaus ein sehr langfristiger Performance-Vorteil entstehen. Der Fonds steigt nun seit einem Monat kontinuierlich, ist nachhaltig über die 38-Tage-Line gestiegen, und diese ist ebenfalls wieder steigend.

                Herr Nix schrieb vor kurzem, dass die Absicherung 82% beträgt. Daran sieht man deutlich, dass diese Maßnahme gewirkt hat.

                Herr Nix, Gratulation und weiter so
                . Ich hoffe, dass wir bald auch die 200-Tage-Linie nach oben durchbrechen und damit ein starkes Signal setzen!
                Zuletzt geändert von Prophet83; 30.04.2021, 17:32.

                Kommentar


                • Lieschen Meier
                  Lieschen Meier kommentierte
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                  "Die Wahrscheinlichkeit, dass es viele Jahre lang nur noch steigen wird und nie nennenswerte Korrekturen gibt, dürfte stark gegen 0 gehen."
                  Das ist nur ihre persönliche Meinung.

                  " ...je länger der Markt steigt, desto wahrscheinlicher wird eine Korrektur".
                  Falsch. Die Wahrscheinlichkeit für eine Korrektur hat nichts mit der Dauer des Bullenmarktes zu tun. Wenn Sie 10 mal eine 6 gewürfelt haben, ist die Wahrscheinlichkeit beim 11ten mal auch eine 6 zu würfeln immer noch 1/6.

                  "Nun frage ich alle, die immer noch daran zweifeln, dass man zukünftig den Markt ebenfalls schlagen kann, warum Sie in diesen Fonds investiert haben oder sich zumindest durch Ihre Aktivität im Forum offenbar für diesen Fonds interessieren..."
                  Hauptsächlich wegen der Bekanntheit des Herrn Müller. Außerdem höre ich mir gern genau die gegenteilige Position zu meiner eigenen an. Das finde ich wichtig um nicht den "confirmation bias" Fehler zu begehen.

                  "Vielleicht liegt es an der weit verbreiteten Meinung, dass es kaum einem Fonds-Manager gelingt, langfristig den Markt zu schlagen."
                  Das ist keine Meinung, sondern kann zweifelsohne nachgewiesen werden. Heißt aber auch nicht, dass es solche Fonds gar nicht gibt.

                  "Der DMPAF kämpft derzeit noch damit, den Fehler, im März 2020 zu vorsichtig gewesen zu sein, wieder wettzumachen."
                  Auch bis März 2020 wurde keine Rendite erwirtschaftet. Also ist es mit Sicherheit nicht NUR dieser eine Fehler.

                  "Wenn das Fonds-Management es aber schafft, die nächste Chance durch die richtige Wahl der Absicherung zu nutzen, kann hieraus durchaus ein sehr langfristiger Performance-Vorteil entstehen."
                  Gut möglich, aber warum sollte es gerade jetzt gelingen, wenn es in den Jahren seit Auflage nicht gelang?

                #26
                Zitat von Prophet83 Beitrag anzeigen
                Nun frage ich alle, die immer noch daran zweifeln, dass man zukünftig den Markt ebenfalls schlagen kann, warum Sie in diesen Fonds investiert haben[/B]
                Mir ging/geht es um Werterhalt, deshalb habe ich in den Fonds investiert.

                Kommentar


                  #27
                  ​Hallo Lieschen Meier,

                  hier ein paar Kommentare meinerseits bzgl. Ihrer Kommentare zu meinen vorherigen Ausführungen.

                  "Die Wahrscheinlichkeit, dass es viele Jahre lang nur noch steigen wird und nie nennenswerte Korrekturen gibt, dürfte stark gegen 0 gehen."
                  Das ist nur ihre persönliche Meinung.
                  Die Wahrscheinlichkeit, dass es ohne Schwankungen monoton steigt ist mathematisch exakt 0! Es gibt IMMER Wertschwankungen bzw. Korrekturen, die Frage ist nur, wie stark werden diese zukünftig sein. Vielleicht geht es die nächsten 10 Jahre bergauf, und der maximale Einbruch ist zwischenzeitlich unter 10%. Wie wahrscheinlich das ist, sollte sich mal jeder ehrlich selbst fragen. Ich halte es es nicht für völlig unmöglich, aber äußerst unwahrscheinlich (<1%). Selbst wenn es nur kleine Einbrüche gibt, kann die Strategie trotzdem noch funktionieren. Sie müssen lediglich die Gelegenheit erhalten, ein weiteres Mal günstiger zukaufen zu können, als sie (teil)-verkauft haben. Auch mit nur 2% günstigerem Zukauf gegenüber vorherigem Teilverkauf machen Sie auf Dauer mehr Gewinn als bei sturem Buy & Hold. Vergessen Sie nicht, dass der Großteil des Vermögens (ich favorisiere 80%) ohnehin ständig investiert ist, wir reden hier nur über einen kleinen Teil, der als Cashreserve zum günstigeren Zukaufen dient. Wenn Sie im Falle eines starken Markteinbruchs nicht zukaufen können, wird diese verpasste Kaufgelegenheit sich lange, womöglich für den Rest Ihres Lebens auf die Gesamtperformance Ihrer Anlage auswirken.

                  " ...je länger der Markt steigt, desto wahrscheinlicher wird eine Korrektur".
                  Falsch. Die Wahrscheinlichkeit für eine Korrektur hat nichts mit der Dauer des Bullenmarktes zu tun. Wenn Sie 10 mal eine 6 gewürfelt haben, ist die Wahrscheinlichkeit beim 11ten mal auch eine 6 zu würfeln immer noch 1/6.
                  Hier liegt definitiv ein Denkfehler vor. Zu betrachten ist nämlich NICHT die Wahrscheinlichkeit dafür, dass (ein weiteres Mal) eine 6 fällt, sondern die Wahrscheinlichkeit für das Gesamt(!)-Ereignis, dass n Mal hintereinander eine 6 fällt. Diese ist (1/6)^n, geht also mit wachsenden n exponentiell, d.h. sehr stark(!) gegen 0. Die Wahrscheinlichkeit, dass beim n-maligen Würfeln mindestens einmal KEINE 6 fällt (das Gegenereignis(!)) ist somit 1-(1/6)^n und geht damit sehr stark(!) gegen 1, wenn n groß wird. Übertragen bedeutet das, dass die Wahrscheinlichkeit einer extrem langen Aufwärtsbewegung ohne Korrekturen entsprechend klein ist. Davon abgesehen sind die Einzelwahrscheinlichkeiten für einen Markteinbruch zum Zeitpunkt t in unserem Fall nicht stochastisch unabhängig, sondern vielmehr stark abhängig von der Vorgeschichte sowie wirtschaftlichen und politischen Rahmendaten.

                  "Vielleicht liegt es an der weit verbreiteten Meinung, dass es kaum einem Fonds-Manager gelingt, langfristig den Markt zu schlagen."
                  Das ist keine Meinung, sondern kann zweifelsohne nachgewiesen werden. Heißt aber auch nicht, dass es solche Fonds gar nicht gibt.
                  Das kann gut sein. Da es nicht leicht ist, den Markt dauerhaft zu schlagen, müssen wirklich gute Strategien her, die nicht nur auf Glück sondern auf empirischen belegten Wahrscheinlichkeiten beruhen UND robust gegen Ausreißer sind.

                  "Der DMPAF kämpft derzeit noch damit, den Fehler, im März 2020 zu vorsichtig gewesen zu sein, wieder wettzumachen."
                  Auch bis März 2020 wurde keine Rendite erwirtschaftet. Also ist es mit Sicherheit nicht NUR dieser eine Fehler.
                  Ebenfalls möglich, aber März 2020 war der schwerste und vermeidbare, strategische Fehler. Auf dessen Aufarbeitung sollte man sich daher konzentrieren.

                  "Wenn das Fonds-Management es aber schafft, die nächste Chance durch die richtige Wahl der Absicherung zu nutzen, kann hieraus durchaus ein sehr langfristiger Performance-Vorteil entstehen."
                  Gut möglich, aber warum sollte es gerade jetzt gelingen, wenn es in den Jahren seit Auflage nicht gelang?
                  Nun, ich gehe davon aus, dass das Fonds-Management aus Fehlern hinzulernt, indem es die Vergangenheit sehr gründlich analysiert und die Strategie entsprechend anpasst bzw. bereits angepasst hat. Die jüngste Entwicklung seit ca. einem Monat spricht in jedem Fall dafür.​
                  Zuletzt geändert von Prophet83; 04.05.2021, 23:35.

                  Kommentar


                    #28
                    Ich kenne die Inflationszahlen leider nicht genau aber nach Inflation wäre der Werterhalt bei 106?
                    insofern wäre für "mich" das erste Ziel 106

                    Kommentar


                    • Prophet83
                      Prophet83 kommentierte
                      Kommentar bearbeiten
                      Mittelfristig (auf Sicht der nächsten 12 Monate) ist das ein sehr erstrebenswertes Ziel. Kurzfristig wäre der nachhaltige Sprung über die 200-Tage-Linie ein ermutigendes Signal.

                    #29
                    Selbst wenn es nur kleine Einbrüche gibt, kann die Strategie trotzdem noch funktionieren. Sie müssen lediglich die Gelegenheit erhalten, ein weiteres Mal günstiger zukaufen zu können, als sie (teil)-verkauft haben. Auch mit nur 2% günstigerem Zukauf gegenüber vorherigem Teilverkauf machen Sie auf Dauer mehr Gewinn als bei sturem Buy & Hold.
                    Billig einkaufen, teuer verkaufen. Prinzip ist klar. Ausführung schwieriger. Wann genau steigen Sie ein, wann genau steigen Sie aus?

                    Hier liegt definitiv ein Denkfehler vor. Zu betrachten ist nämlich NICHT die Wahrscheinlichkeit dafür, dass (ein weiteres Mal) eine 6 fällt, sondern die Wahrscheinlichkeit für das Gesamt(!)-Ereignis, dass n Mal hintereinander eine 6 fällt.
                    Ich denke das sollte jedem klar sein. Ihre Aussage war aber eine andere.
                    Im Gegenteil, je länger der Markt steigt, desto wahrscheinlicher wird eine Korrektur, da sie ja gerade immer überfälliger wird.
                    Wenn man 10 Jahre einen Bullenmarkt hinter sich hat, dann ist eine Korrektur zu dem Zeitpunkt genau so wahrscheinlich oder unwahrscheinlich wie zu jedem anderen Zeitpunkt. Aus rein mathematischer Sicht. Politik usw. außen vor.

                    Nun, ich gehe davon aus, dass das Fonds-Management aus Fehlern hinzulernt, indem es die Vergangenheit sehr gründlich analysiert und die Strategie entsprechend anpasst bzw. bereits angepasst hat. Die jüngste Entwicklung seit ca. einem Monat spricht in jedem Fall dafür.​
                    Herr Müller ist bestimmt seit über 25 Jahren an der Börse. Hat mit Sicherheit jede Menge Erfahrung und die ganz großen Crashs vor Corona auch miterlebt. Warum sollte ausgerechnet dieser eine Fehler jetzt zu einem Umdenken führen? Welche fundamentale Erkenntnis wurde jetzt gewonnen, welche man vorher nicht hatte?

                    Die jüngste Entwicklung seit ca. einem Monat spricht in jedem Fall dafür.​
                    Naja ich denke, dass ein paar Monate überhaupt gar keine Aussagekraft haben.

                    Was Sie hier insgesamt propagieren ist ganz klassisches Markttiming. Können Sie ja auch machen und sie haben ja auch vielleicht Erfolg damit. Rational gesehen macht es aber keinen Sinn.

                    Kommentar


                      #30
                      Billig einkaufen, teuer verkaufen. Prinzip ist klar. Ausführung schwieriger. Wann genau steigen Sie ein, wann genau steigen Sie aus?
                      Zum Beispiel Verkauf dann, wenn ich 20% über der 200-Tage-Line bin UND der Anstieg der letzten Tage sehr viel steiler ist als vorher, bei Einkauf genau umgekehrt, wenn man unter der 200-Tage-Linie notiert UND die Einbruchgeschwindigkeit der letzten Tage sehr viel steiler ist als vorher. Schon ein bisschen Chart-Technik hilft Übertreibungen zu erkennen und zu nutzen. Ergänzend hilft eine Fundamental-Analyse natürlich, fundamentale Überbewertungen rechtzeitig zu erkennen (KGV, KUV usw., sowohl für einen ganzen Index als auch für einzelne Werte darin).

                      Die so identifizierten Zeitpunkte für die Teilverkäufe sind dann absolut RATIONAL begründet.

                      Ich denke das sollte jedem klar sein. Ihre Aussage war aber eine andere.
                      Nein, war sie nicht. Denn: Da die A-Priori-Wahrscheinlichkeit für eine lang anhaltende Überbewertung bereits zu Beginn(!) des betrachten Zeitraums umso geringer ist, je länger diese anhält, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie (die Überwertung) ihre maximale Lebensdauer bereits erreicht hat und somit demnächst eine Korrektur erfolgen wird, entsprechend groß.

                      Wenn man 10 Jahre einen Bullenmarkt hinter sich hat, dann ist eine Korrektur zu dem Zeitpunkt genau so wahrscheinlich oder unwahrscheinlich wie zu jedem anderen Zeitpunkt. Aus rein mathematischer Sicht. Politik usw. außen vor.
                      Wenn der Anstieg mit einem fundamental begründeten Wachstum einhergeht, mögen Sie Recht haben, ansonsten muss genau schauen, ob es Gründe für den Anstieg gibt, wie z.B. Inflationsangst und dem aus der anhaltenden Niedrigzinsphase resultierenden Anlagenotstand, der sämtliche Aktien noch oben bringt, auch solche, die ihre Bewertung absolut nicht verdient haben. Eine hieraus entstehende Blasenbildung wird früher oder später sicher durch den Markt korrigiert UND die Wahrscheinlichkeit für eine lang anhaltende Übertreibung ist umso geringer, je länger die Lebensdauer der Blase angenommen wird. Aktuell sehen wir gerade wie die Wasserstoffblase geplatzt ist, Verluste von in der Spitze über 75% (!) seit den Höchstständen (z.B. FuelCell Energy von über 24,35€ am 10.02.21 runter auf 5,35€ am 10.05.21 in nur 3 Monaten(!)).

                      Fragen Sie sich doch einfach mal, ob die reale Wirtschaftsleistung der Unternehmen im MSCI World in den letzten 10 Jahren genauso stark gewachsen ist wie der Kursanstieg, rechnen Sie die Situation des Anlagenotstands heraus, dann haben Sie eine brauchbare Antwort, ob wir nach 10 Jahren Bullenmarkt mit einer Korrektur rechnen dürfen oder nicht. Ich persönliche glaube nicht an dauerhaft anhaltende Übertreibungen, natürlich kann es sein, dass durch die Inflation und den Anlagenotstand die fundamentale Überwertung weniger Gewicht bekommt, als dies vor 10 oder 20 Jahren gewesen wäre. Aber was passiert, wenn die Notenbanken gezwungen sind, die Zinsen zu erhöhen, um die Inflation einzudämmen. Glauben Sie, dass dem Markt dann die fundamentalen Überwertungen immer noch egal sind? Ich würde mich nicht darauf verlassen!

                      Herr Müller ist bestimmt seit über 25 Jahren an der Börse. Hat mit Sicherheit jede Menge Erfahrung und die ganz großen Crashs vor Corona auch miterlebt. Warum sollte ausgerechnet dieser eine Fehler jetzt zu einem Umdenken führen? Welche fundamentale Erkenntnis wurde jetzt gewonnen, welche man vorher nicht hatte?
                      Nunja, aus Schaden wird man ja bekanntlich klug bzw. sollte es werden. Die fundamentale Erkenntnis könnte gerade sein, dass es zwischen Schwarz und Weiß noch eine ganze Menge Grautöne gibt, sprich nicht nur long-only und nicht nur voll abgesichert unterwegs sein. Warum sollte Herr Müller nach 25 Jahren an der Börse nicht umdenken können, wenn es um eine wichtige Erkenntnis geht?

                      Naja ich denke, dass ein paar Monate überhaupt gar keine Aussagekraft haben.
                      Die Aussagekraft ist immer nur für den betrachteten Zeitraum gegeben, richtig. Dass es purer Zufall war, dass der DMPAF seit einem Monat steigt und dass es nicht an der Strategieänderung liegt, ist möglich, aber warum er gerade jetzt nach der Strategieänderung zufällig steigen?

                      Was Sie hier insgesamt propagieren ist ganz klassisches Markttiming. Können Sie ja auch machen und sie haben ja auch vielleicht Erfolg damit. Rational gesehen macht es aber keinen Sinn. .
                      Es geht mir insgesamt um eine sinnvolle Beimischung aktiver Eingriffe in den Markt und um die Tatsache, dass man auch ohne perfektes Markttiming mit Teilverkäufen Buy&Hold relativ risikoarm schlagen kann, wenn man die Sache dezent angeht. Es geht um eine Prise wohldosiertes aktives Management zur Verbesserung der Gesamtperformance.

                      RATIONAL gesehen macht es absolut Sinn eine Überwertung zum Verkauf zu nutzen, das lehrt bereits das ökonomische Prinzip jedem Erstsemester in BWL. Meine Beispiele mit den (teilweise richtig) schlecht gewählten Zeitpunkten für die Teilverkäufe zeigen, dass der Markt in über 40 Jahren trotzdem geschlagen wurde. Da es aber relativ wahrscheinlich ist, mit einer guten Analyse nicht jedesmal so schlecht zu liegen, dürfte das Ergebnis in der Realität besser sein.

                      Rational gesehen macht das vorgestellte Vorgehen somit absolut Sinn!

                      Der pauschale Verweis auf klassisches Markttiming reicht definitiv nicht aus, um meine Ausführungen zu entkräften.

                      Ich vermute, dass die vorgestellte Strategie in deutlich mehr als 50% aller Fälle bessere Ergebnisse liefert als stures Buy&Hold,
                      und selbst wenn sie nur in 51% aller Fälle besser wäre, sie würde den Markt damit bereits langfristig schlagen.
                      Zuletzt geändert von Prophet83; Gestern, 14:45.

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